Gutachter fand in Halle Spuren von Asbest: Forst- und Umweltdienst will für Beseitigung sorgen

Homberg. Nach sechs Gutachten und monatelangem Streit steht fest, dass in der Halle des Forst- und Umweltdienstes Schwalm-Eder in Homberg Asbestspuren gefunden wurden.

Aktualisiert um 17.30 Uhr

Das sei das Ergebnis des jüngsten Gutachtens, das die Planungsgesellschaft Müssigmann aus Esslingen erstellt hat, berichtete am Dienstag Geschäftsführer Manfred Möller-Sauter. Von den 31 Proben, die der prüfende Ingenieur willkürlich aus verschiedenen Bereichen entnommen hat, wurden bei zwölf Asbest in unterschiedlicher Qualität nachgewiesen. Davon war die Hälfte stark belastet, die andere Hälfte eher schwach.

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Jetzt müsse die Bauaufsicht, die Konsequenzen aus diesem Ergebnis ziehen, sagt Manfred Möller-Sauter. „Wir werden das tun, was die Behörden fordern – was immer das ist.“ Was nun genau zu tun ist, wird am Mittwochmorgen entschieden. Bei einem gemeinsamen Termin kommen Vertreter verschiedener Institutionen und Behörden an der Halle zusammen, um über anstehende Schritte zu entscheiden. Es gab bereits im Vorfeld fünf weitere Expertisen, die alle zu unterschiedlichen Schlüssen in Sachen Asbestbelastung in der Halle gekommen waren.

Bei der Sanierung des Daches seien die asbesthaltigen Platten von oben abgenommen und weder geschnitten noch gebrochen worden, sagt Möller-Sauter. Ob es sich bei den gefundenen Fasern um den Staub handelt, der jahrzehntelang zwischen Dach und Dämmung lag, steht noch nicht fest.

Fest hingegen steht, dass es sich bei den gefundenen Stoffen nicht um freie Einzelfasern handelt, sondern um Konglomerate, denen Verbundmaterialien anhaften. So wurden beispielsweise Zementspuren gefunden, sagt Manfred Möller-Sauter.

Das Ergebnis unterstelle allerdings nicht automatisch, dass bei der Sanierung falsch gearbeitet worden sei. Asbestdächer witterten im Laufe der Jahre durch Wettereinflüsse beständig ab, Spuren würden über die Regenrinne in den Kanal eingespült oder auch verweht. Zudem seien über Jahrzehnte Bremsen und Kupplungen in der Halle gewechselt worden. Auch von diesen Arbeiten könnten die Asbestspuren stammen. Doch nun sei gleich, woher die Spuren stammten, sagt Möller-Sauter: „Das Gutachten hat Asbestfasern nachgewiesen, nun werden sie auch entfernt.“

Der Forst- und Umweltdienst werde sich keinesfalls weigern, die anstehenden Auflagen zu erfüllen. Ganz im Gegenteil: Wir werden das Optimum von dem leisten, was gefordert wird“, sagt Manfred Möller-Sauter: „Und zwar in der Hoffnung, dass dann Ruhe in dieser Angelegenheit einkehrt.“ (bra)

Quelle: HNA

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