Gute Organisation ist alles

Silvana Dietzel gelingt Spagat zwischen Beruf und Familie

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Immer im Einsatz: Silvana Dietzel arbeitet im Schichtsystem als Krankenschwester in der Asklepios-Klinik Melsungen. Den restlichen Tag ist sie für ihren Mann und die gemeinsamen Söhne da.

Melsungen. Den Internationalen Frauentag gibt es seit 1911. Anlässlich des Tages am 8. März haben wir mit der Melsunger Krankenschwester Silvana Dietzel über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesprochen.

Silvana Dietzel gehört zu den Frauen, die täglich Familie und Beruf unter einen Hut bringen müssen. Die 43-jährige Krankenschwester aus Röhrenfurth arbeitet auf der Intensivstation der Melsunger Asklepios-Klinik und zieht zwei Söhne groß.

 

Termin: Frauenfrühstück anlässlich des Weltfrauentages mit Impulsreferat von Dr. Annette Beller; Samstag, 8. März, 9.30 bis 12.30 Uhr in der Melsunger Stadthalle.

Die gebürtige Ostdeutsche kennt es nicht anders: „Meine Mutter und Oma gingen arbeiten. Da lernt man schnell, selbstständig zu werden und sich verantwortungsvoll um die Geschwister zu kümmern.“ Auch ihre beiden Söhne Max (13) und Paul (8) haben ein inniges Verhältnis.

Trotzdem möchten Silvana Dietzel und ihr Mann Frank, die beide im Schichtdienst arbeiten, nicht, dass ihre Kinder für sich selbst sorgen müssen. „Wir planen unsere Schichten so, dass einer morgens zum Frühstück da ist und einer sie abends ins Bett bringen kann“, erklärt Dietzel. Denn ihre beiden Söhne sollen möglichst lange Kind bleiben können.

Max spielt Tischtennis in Röhrenfurth und liebt Musik, Paul kickt zwei Mal in der Woche in Körle: „Das Fußballtraining findet abends statt, das passt. Und wir versuchen, dass wenigstens einer von uns zu den Spielen am Wochenende geht“, erklärt die 43-Jährige.

Obwohl sie und ihr Mann Frank, ein Rettungsassistent, in Schichten arbeiten, klappt der gemeinsame Spagat zwischen Arbeit und Familienleben fast immer. „Ich habe im Krankenhaus viele nette Kollegen, die notfalls den Dienst tauschen, damit jemand bei den Kindern sein kann. Jeder hilft jedem“, freut sie sich.

Die Krankenschwester arbeitet seit zwei Jahren auf 60-Prozent-Basis. Vorher waren es nur 40 Prozent, um mehr Zeit mit den Kindern verbringen zu können.

„Wir haben ein Haus abzubezahlen. Da muss man schon mal Opfer bringen“, sagt Dietzel. Abstriche muss die 43-Jährige auch im Privatleben machen. „Wenn Frank und ich im Jahr vier Wochenenden und drei Wochen Urlaub gemeinsam frei haben, ist das Luxus.“ Doch daran habe sich die Familie gewöhnt: Alle genießen die Familienzeit, wenn sie verfügbar ist.

„Wir kennen es nicht anders. Vielleicht wüssten wir nichts miteinander anzufangen, wenn wir ständig aufeinander hockten“, scherzt Dietzel. Wichtig sei nur, jede gemeinsame Sekunde zu genießen - ob nun bei der Hausarbeit mit ihrem Mann Frank oder beim Spielen mit Max und Paul.

Von Jasmin Paul

Quelle: HNA

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