Fazit vom Wochenmarktbesuch

Wochenmarkt in Ziegenhain: gute Qualität, aber wenige Kunden

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Das Ambiente stimmt, genügend Besucher fehlen noch: Der Wochenmarkt in Ziegenhain.

Ziegenhain. Seit April gibt es den Wochenmarkt in Ziegenhain. Dienstags von 8 bis 13 Uhr können Schwälmer hier frische Lebensmittel einkaufen. Doch wie wird der Markt angenommen? Wir haben uns umgehört.

In einem Punkt sind sich Kunden und Händler einig: Der Paradeplatz in Ziegenhain ist ein schöner Ort für den Markt. Die Umgebung gefällt und auch Parkplätze seien genug da. Das sagen sie zu anderen Aspekten:

Der Zeitpunkt

Garantiert frisch: Silke Mann und Roswitha Döllmann vom Fischmarkt Krauß aus Schrecksbach präsentieren Ware.

Der Dienstag, ein eher ungewöhnlicher Wochentag für einen Markt, ist für die meisten Besucher kein Problem. Herbert Hofmann aus Ziegenhain kommt jede Woche: „Mir gefällt es hier gut und da ich flexibel bin, ist mit der Wochentag egal.“ Gemüseverkäufer Bernd Dehnert aus Lohfelden sagt: „Es gibt nunmal viele Märkte, deshalb ist der Dienstag als Tag schon in Ordnung.“ Sein Kollege Karlheinz Steinert aus Hessisch Lichtenau merkt an: „Wenn der Dienstag ein Verkaufstag ist, müssen wir aber auch schon montags einkaufen.“

Das Angebot

Die Vielfalt der Stände kommt durchweg gut an. „Eigentlich haben wir hier alles, was wir brauchen,“ so Klaus-Dieter Keil aus Ziegenhain. Seine Frau Doris ergänzt: „Ein Käsestand wäre noch schön“.

So sehen das auch die meisten Händler. Thomas Kirchhof von der Bäckerei Siebenkorn aus Marburg sagt: „Die Qualität der Stände ist sehr hoch, allgemein herrscht eine angenehme Atmosphäre.“ Kunde Matheo aus Ziegenhain sagt: „Ich hole hier meist frischen Fisch oder Bio-Brötchen beim Bäcker.“

Der Zuspruch

Die Auswahl macht’s: Karlheinz Steinert aus Hessisch Lichtenau hat Obst, Gemüse und Gewürze im Angebot.

Hier ist noch Potenzial. „Zunächst kamen nach und nach immer mehr Kunden, doch in den letzten Wochen sind die Besucherzahlen eher zurückgegangen. So ein Markt ist eben kein Selbstläufer“, sagt Steinert und ergänzt: „Nur wenige kommen nach dem Einkauf im Supermarkt noch hierher.“ In der Tat ist zu keiner Zeit gestern Vormittag ein wirkliches Marktleben zu erkennen. Ein richtiger Treffpunkt ist der Paradeplatz dienstags noch nicht. Immerhin sind es überwiegend Stammkunden, die eintrudeln. Der Platz ist zwar sehr zentral, aber eben durch Häuser verdeckt. So käme es zu wenig Laufkundschaft, sagt Lebensmittelverkäufer Gazanfer Arar aus Baunatal.

Viele Händler verlangen deshalb nach mehr Werbung. Roswitha Döllman vom Fischstand Krauß aus Schrecksbach meint: „Vielleicht könnte man übers Internet noch besser werben.“ Bernd Dehnert wartet auf die Flyer, die kommen sollen.

Der Markt bräuchte mehr Stände, doch die Händler kommen nur dann, wenn auch genug Kunden da sind. Ein Teufelskreis. Bernd Dehnert ist deshalb skeptisch: „Unter diesen Voraussetzungen wird der Markt wohl nicht ewig bestehen.“ Auch Silke Mann und Roswitha Döllmann wünschen sich mehr Stände: „Sieben Händler sind schon zu wenig.“ Eine eigene Theorie hat Thomas Kirchhof: „Die Ziegenhainer scheinen Spätaufsteher zu sein. Vielleicht sind andere Öffnungszeiten eine Lösung“. Und Stammkunde Herbert Hofmann schlägt vor: „Aktionen wie „neun Brötchen kaufen, zehn mitnehmen“ wären doch vielleicht ein Anreiz.“

Stefanie Gimpel aus Wasenberg: „Ich habe den Tipp für frischen Fisch von Freunden bekommen und bin heute zum ersten Mal hier.“ Tamara Printz aus Wiera: „Ich bin Stammkundin auf dem Markt in Ziegenhain und komme vor allem wegen des Gemüsestands immer wieder. Es müsste insgesamt aber mehr Aufmerksamkeit für den Markt geben.“

„Die Stadt will den Markt weiterhin unterstützen“, sagt Doris Heinmüller vom Ordnungsamt. Man sei damals sehr erfreut über die Initiative vom Fischhandel Krauß aus Schrecksbach gewesen, einen Markt in Ziegenhain aufzubauen. Solange die Betreiber noch wollen, werde die Stadt sie unterstützen. Um Kunden aufmerksam zu machen, gebe es Werbemaßnahmen im Internet. Zudem stehen Werbetafeln in der Stadt.

Diese sollen nun an die Ortsausgänge verlegt werden, um mehr Kunden zu gewinnen. Zudem sei ein Flyer in Arbeit. Da die Ständebetreiber aber schon einige Male gewechselt hätten, müsste dieser immer aktualisiert werden, so Heinmüller: „Das Standgeld, das die Stadt einnimmt, wird für Werbemaßnahmen genutzt. Das geht nicht in die Kasse der Stadt.“ Insgesamt gibt es momentan sieben Stände auf dem Markt, die Betreiber stammen aus ganz Nordhessen, es gibt Fisch-, Fleisch-, Nudel- und zwei Gemüsestände, türkische Spezialitäten und einen Bäcker.

Quelle: HNA

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