Homberg: Nachtragshaushalt stößt auf Misstrauen

Gute Zahlen, große Skepsis

Homberg. Das Homberger Parlament hat den Nachtragshaushalt der Kreisstadt gegen die Stimmen der Oppositionsfraktionen SPD und Grüne verabschiedet.

Das Zahlenwerk unterschreite den Haushaltsansatz um 1,8 Millionen Euro und setze ein Zeichen einer positiven Entwicklung, sagte Peter Dewald (CDU). Die Stadt schultere mit Hochwasserschutz und Schaffung von Betreuungsplätzen viele Aufgaben der Daseinsfürsorge und setzte sich zudem für den Klimaschutz ein.

Auch die SPD zollte dem Nachtragshaushalt Anerkennung: Das Horrorszenario sei nicht so ausgeprägt wie zu Beginn des Jahres noch gedacht, sagte Stefan Gerlach. Dennoch fehlten der Stadt 2,8 Millionen Euro. Die SPD stimme dem Werk zwar inhaltlich zu, könne es aber nicht verabschieden: Für seine Fraktion bestehe der Verdacht der nicht wahrheitsgemäßen Haushaltsführung, sagte Gerlach.

Auch Delf Schnappauf (Grüne) zweifelte an der „Wahrheit und Klarheit“ des Zahlenwerks: Viele Posten gäben keine Auskunft über die Dinge, die hinter ihnen steckten. Schnappauf verwies auf die Aufgabe der Opposition, Mängel aufzudecken und die Verwaltung zu überwachen.

Das ewige Misstrauen treibe ihm den Blutdruck in die Höhe, konterte Manfred Ripke (FDP). Die stark gestiegene Gewerbesteuereinnahmen (sie belaufen sich auf 5,5 Millionen Euro) bewiesen, dass sich in Homberg etwas tue: Natürlich habe die Stadt Schulden, doch die habe man für gesetzlich vorgeschriebene Aufgaben wie den Kanalbau aufnehmen müssen: „Es ist ja kein Luxus entstanden.“ (bra)

Quelle: HNA

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