Der Rotary-Club Schwalmstadt bot Schülern wieder einen Praxis-Informationstag

Guten Berufen auf der Spur

Im Klinikum: Elf Schülerinnen und zwei Schüler schnupperten in den Beruf des Arztes und Pflegers hinein, begleitet von Dr. Hilko Delles (links), Rudolf Malorny (hinten links) und Dr. Matthias Schulze (hinten rechts). Foto: Decker

Ziegenhain. Am Dienstagvormittag schnupperten rund 50 Schüler aus Schwalmstadt in unterschiedliche Berufe hinein. Organisiert vom Rotary-Club Schwalmstadt öffneten Mitglieder und befreundete Unternehmer ihre Rechtsanwaltskanzleien, ihre Industriebetriebe und Bauernhöfe, um den jungen Menschen ein Gefühl für die Berufsfelder zu vermitteln. Und auch die Polizei ließ sich über die Schulter schauen.

Auf großes Interesse stieß der medizinische Bereich. Elf Schülerinnen und zwei Schüler wollten im Asklepios-Klinikum genauer wissen, wie es ist, als Pfleger oder Arzt in einem Krankenhaus zu arbeiten.

Während einige sich noch nicht sicher waren, ob ein medizinischer Beruf tatsächlich für sie in Frage kommen könnte, erklärte Jessika Freund: „Ich will auf jeden Fall Ärztin werden.“ Ihre Freundin Aleyna Karadavut stimmte ihr zu und meinte: „Es gibt nichts Schöneres, als Menschen zu retten“.

Zielstrebig und selbstbewusst reihten sie sich in die Oberarztvisite auf der Inneren Station ein. „ Letztes Jahr hatten wir 45 Schüler bei uns zum Schnuppern“, bemerkte Dr. Matthias Schulze, Präsident des Rotary-Clubs Schwalmstadt und Arzt am Klinikum. Trotz der relativ kleinen Zahl sei der Tag wichtig, vielleicht sei zukünftig aber anders zu strukturieren.

„In manchen Praktika räumen die jungen Leute zwei Wochen lang Regale ein oder kopieren.“

Rudolf Malorny

Rudolf Malorny, in dessen Händen die Organisation des Berufsinformationstages liegt, erklärte, die Schüler müssten einerseits immer mehr Pflichtpraktika absolvieren, da bleibe nicht mehr viel Zeit für zusätzliche Informationsveranstaltungen.

Andererseits seien die meisten Praktika aus Sicht der Praktikumsgeber mit zwei Wochen viel zu kurz, um einen Betrieb tatsächlich kennen zu lernen. „Dann räumen die jungen Leute zwei Wochen lang Regale ein oder kopieren“, sagte Malorny. So sei es kein Wunder, dass die Motivation für freiwillige Praktikumstage sinke. In diesem Jahr sei auch der Termin so kurz nach den Herbstferien nicht optimal gewesen, so der ehemalige Berufsschullehrer.

Von Christiane Decker

Quelle: HNA

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