Für guten Zweck: Niedervorschützer bietet Streuobst an

Selbst gemalte Hinweisschilder direkt an der Hauptstraße: Friedrich Walter macht in Niedervorschütz auf das Obst von seiner Streuobstwiese aufmerksam. Fotos: Thiele

Friedrich Walter hat eine Streuobstwiese in seinem Garten und bietet Interessierten an, zum Obstpflücken vorbeizukommen. Das kostet nur eine Spende für Nepal.

Niedervorschütz. Hundert Prozent bio - das wünschen sich viele Menschen beim Kauf von Lebensmitteln. Die einfachste Lösung ist, das Obst aus dem eigenen Garten zu essen. Wem das nicht möglich ist, der kann bei Friedrich Walter in Niedervorschütz vorbeifahren und sich nicht nur bereits gepflückte Äpfel und Birnen in Kisten abholen, sondern von nun an auch selbst das Obst vom Baum pflücken.

Beides kostet nur eine kleine Spende. Walter hat einen Freund in Taipeh, der ursprünglich aus Nepal kommt und die Missstände in dem Land kennt. Dort soll das Geld den Menschen zugute kommen. „Ich habe vor, selbst hinzufahren“, berichtet er. Dann möchte er vor Ort schauen, wo das Geld am dringendsten benötigt wird.

Walter hat eine 2500 Quadratmeter große Streuobstwiese mit 35 Obstbäumen hinter seinem Haus, die er selbst gepflanzt hat. In den 1970er-Jahren hat er das Grundstück mit seiner Frau zusammen gekauft und 1992 die Obstbäume gesetzt. Mit dabei sind alte Birnensorten, die es sonst fast nirgendwo mehr gibt, erzählt er. Aber auch Zwetschgen und unterschiedliche Apfelsorten wie der Winterrambur, der sehr groß wird und sich bis ins Frühjahr hält, wachsen auf der Wiese hinter seinem Haus.

Manche Bäume hat Walter veredelt. Das bedeutet, dass von einem Baum ein junger Trieb abgeschnitten und an einen anderen gebunden wird. Ein Ast wird also an eine andere Pflanze transplantiert. So wachsen zum Beispiel zwei Apfelsorten an einem Baum.

Walter ist stolz darauf, dass die Früchte dieses Jahr kaum Flecken haben und in großen Mengen wachsen. Er hat sogar Stützen unter die Bäume stellen müssen, damit die Äste unter dem Gewicht nicht abbrechen. Das Fallobst sammelt er ein. Zum einen, um die Wespen im Zaum zu halten, zum anderen, um den Rasen mähen zu können. Die heruntergefallenen Äpfel und Birnen bringt er zu einer Mosterei in Gudensberg, die dann Saft daraus presst.

Geld in Briefkasten

Wenn man eine der Kisten mit Obst abholt, die immer vor seinem Haus stehen, kann man eine Spende in den Briefkasten werfen. Walters neue Idee ist es nun, dass sich Interessierte bei ihm telefonisch melden und dann vorbeikommen können, um die Früchte selbst zu pflücken. Auch dann bittet er um eine Spende für Nepal. „Es gibt ja immer Leute, die auf Bioprodukte aus sind, warum sollen sie dann nicht zu mir kommen und sich Obst pflücken?“, sagt er.

Bei Interesse an frischem Bio-Obst kann man sich bei Friedrich Walter melden, Tel. 05662 3820

Hintergrund: Vermehrter Schutz des Streuobstbestandes 

Streuobstwiesen sind die traditionelle Art des Obstanbaus. Die Bäume sind auf einer Wiese „verstreut“, welche durch den Platz zwischen den Stämmen auch als Grünland dient. Meist wachsen auf einer Streuobstwiese verschiedene Obstsorten und die Bäume sind unterschiedlich alt. Zur umweltverträglichen Nutzung eines Streuobstbestandes wird auf eine synthetische Behandlung der Pflanzen verzichtet. Seit den 1980er-Jahren bemühen sich unter anderem Naturschützer und Landwirte vermehrt um den bundesweiten Schutz der Streuobstwiesen.

Quelle: HNA

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