Posaunenchor feiert den 100. Geburtstag: Guter Klang im Knüll

Auftritte an Feier- und Festtagen: Der Posaunenchor bereichert das kirchliche und gesellschaftliche Leben in Schwarzenborn – wie hier beim Oster-Blasen im Jahr 1957. Fotos:  Privat/nh

Schwarzenborn. Bunt gemischt – so beschreibt sich der Posaunenchor Schwarzenborn in seiner Chronik: 35 Jungen und Mädchen, Männer und Frauen im Alter zwischen elf und 84 Jahren, geben dem kirchlichen und dem gesellschaftlichen Leben im Knüll einen Klang.

Und das seit nunmehr 100 Jahren. Anfang Mai blickt der Verein auf seine Gründung im Jahre 1914 zurück.

Kurz vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs besuchten die Schwarzenborner Konfirmanden mit Pfarrer Julius Paulus Hephata: Dabei hörten sie zum ersten Mal Posaunen spielen. Bald darauf gründete sich der Evangelische Jünglings- und Männerverein Schwarzenborn. Pfarrer Paulus leitete die jungen Männer an. 1921 übernahm Wachtmeister Sandrock die Leitung.

Mit ihm unternahmen die Bläser den ersten Ausflug zur Edertalsperre: auf dem Leiterwagen. Das Posaunenspiel brachte viel Abwechslung in die Freizeit. Allerorten wurden Kriegerdenkmale errichtet, die Bläser begleiteten die Einweihungsfeiern.

Kleine Schar an Bläsern

Auf Sandrock folgte Georg Schmidt als Chorleiter, schließlich 1938 Karl Marx. Ihm gelang es, auch während des Zweiten Weltkrieges eine kleine Schar an spielfähigen Bläsern zu erhalten. 1969 verstarb Marx plötzlich, die Leitung übernahm dann Justus Liebermann, der die Geschicke des Chores 35 Jahre – bis 2005 – lenkte. Ihm gelang es in den 1970er- und 1980er-Jahren, Nachwuchs für den Chor zu begeistern. Die Mitgliederzahl stieg um das Doppelte an, auf etwa 30.

Bis zu 100 Auftritte im Jahr

Der Chor prägt nicht nur das kirchliche Leben in Schwarzenborn und Grebenhagen, auch bei Geburtstagen, Beerdigungen und an Festtagen lassen die Mitglieder ihre Instrumente erklingen – bei 80 bis 100 Auftritten im Jahr. 2000 gründeten Jürgen und Karin Liebermann einen Jungbläserchor mit 13 Jugendlichen. 2005 übernahm Jürgen Liebermann die gesamte Chorleitung. Jürgen Möller ist seitdem Vorsitzender. Zwei herausragende Bläser – Daniel Schneider und Jonas Liebermann – legten ebenfalls die Chorleiterprüfung ab.

Märsche, Swing und Polka

Das Repertoire besteht längst nicht mehr nur aus geistlicher Literatur, auch Märsche, Swing und Polka haben Einzug gehalten. 2007 entschied man sich aus einer „Bierlaune“ heraus, die Frauenquote unter den Bläsern zu steigern: Sieben Frauen und zwei Männer entschieden sich, im „hohen Alter um die 40“, ein Instrument zu erlernen.

Sechs der Damen sind aktive Bläserinnen. Die Aus- und Weiterbildung liegt Jürgen Liebermann besonders am Herzen: Er motiviert die Bläser zu Übungswochenenden und überregionalen Lehrgängen. Doch es gab auch schmerzliche Verluste: Fünf Bläserkollegen verstarben in den vergangenen zehn Jahren.

Eingetragener Verein

Seit Februar 2013 ist der Chor ein eingetragener Verein. Aktuell in Arbeit ist eine Festschrift: Sie wird neben der Chronik auch aktuelle und historische Fotos enthalten. Das Fotoarchiv aufbereitet haben Martina und Hans-Peter Marx. Die Bilder werden beim Festkommers zu sehen sein. Unterstützt werden die Schwarzenborner bei der Festveranstaltung von befreundeten Nachbarchören: Insgesamt 80 Bläser spielen zum Jubiläum im Knüll auf.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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