Aus der Wirtschaft: Einzelhandelsverband gibt dem Schwalm-Eder-Kreis gute Prognose

Guter Mix in Mittelzentren

Gutes Geschäftsergebnis: Frank Heynmöller und Jörg Paul Diehl, die Geschäftsführer des Bekleidungshauses Heynmöller, setzen auf Schwalmstadt als attraktives Mittelzentrum im Schwalm-Eder-Kreis. Fotos: Lache-Elsen

Schwalmstadt. Das vergangene Jahr war für den Einzelhandel in Nordhessen das beste Jahr seit zehn Jahren, sagte Martin Schüller, Geschäftsführer beim Einzelhandelsverband Hessen-Nord. Während eines Besuchs beim Schwalmstädter Bekleidungshaus Heynmöller zog er gestern Bilanz über das vergangene Geschäftsjahr.

Im Gegensatz zu den Mittelzentren in Ballungszentren mit 50- bis 60 000 Einwohnern gebe es im Schwalm-Eder-Kreis kleinere Mittelzentren. Klein, aber fein. „Die Mittelzentren im Schwalm-Eder-Kreis sind sehr gut aufgestellt“, sagte Schüller mit Blick auf das Sortiment in Schwalmstadt, Homberg, Fritzlar und Melsungen. Das gelte für Lebensmittel und Möbel wie auch für Baumärkte, Schmuck, Elektro, um nur einige zu nennen.

Entwicklungsschub

Pessimismus sei nicht angesagt. „In den vergangenen zehn Jahren hat Nordhessen einen Entwicklungsschub gemacht, der seinesgleichen sucht“, sagte der Jurist Schüller. Im Schwalm-Eder-Kreis stimme der Mix aus kleinen, mittelständischen und großen Betrieben. Die Arbeitslosenzahlen seien enorm gesunken. Zudem müsse man im Blick haben, dass der Einzelhandel der tragende Faktor sei, „der die Wirtschaft hoch hält“.

„Ich bin mit der Entwicklung im Schwalm-Eder-Kreis, im Norden und im Süden, hochzufrieden“, sagte er. Nach einem großartigen ersten Halbjahr habe sich das fehlende Winter- oder Schneewetter mancherorts auf den Verkauf von Winterbekleidung, insbesondere Jacken, ausgewirkt. Aber die klassischen Geschenke seien gut gelaufen. „Wenn der Winter kommt, wird es für die Kunden ein super Januar, denn zum großen Teil sind schon vor dem Schlussverkauf Waren reduziert“, sagte Schüller.

Wenn die Kaltfront kommt, dann werde es einen Run auf Wintersachen geben, der dann „für den Textileinzelhandel ein versöhnlicher Abschluss für die Winter- oder Schneemode bedeutet“.

Die erste Dezemberwoche war schwierig, bestätigte Jörg Paul Diehl, einer der beiden Geschäftsführer des Bekleidungshauses Heynmöller, „aber die zwei Wochen vor Weihnachten waren fantastisch.“ Im Dezember habe man den Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat um 23 Prozent steigern können.

Wenn sich Schüller auch nicht auf Zahlen festlegen wollte („zu viele Unwägbarkeiten“), prognostizierte er für 2012 eine positive Entwicklung. In Nordhessen werde es keine Abkühlung des Arbeitsmarktes haben, sagte er mit Blick auf viele inhabergeführten Geschäfte und familiengeführten Unternehmen in der Region wie Viessmann und die B.Braun Melsungen AG und auch Unternehmen wie VW, Ferrero oder Amazon – oder auch das Interkommunale Gewerbegebiet Mittleres Fuldatal Malsfeld, das in zehn Jahren erfolgreich vermarktet wurde.

Von Alexandra Lache-Elsen

Quelle: HNA

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