Monatelang auf Schlussrechnung gewartet

Schock bei Stromrechnung: Aus Guthaben wird Nachzahlung

Sind auf die Eon nicht gut zu sprechen: Alexandra und Pascal Loth aus Bad Emstal zusammen mit Sohn Damian Leon. Foto: Thon

Bad Emstal. Es sind der schlechte Service und der Umgang, der Alexandra Loth in den vergangenen Monaten immer wieder auf die Palme gebracht hat.

Die 23-Jährige, die seit kurzem mit ihrer kleinen Familie in Bad Emstal lebt, ist Stromkundin bei der Eon Mitte. Und nach zahlreichen Schreiben und unfreundlichen Telefonaten steht nun fest: Sie muss für ihre alte Wohnung 800 Euro an Stromkosten nachzahlen.

Die Geschichte beginnt im Juli zunächst mit einer positiven Nachricht. Die Eon teilt der Frau mit, dass sie für ihre im Juni aufgegebene Wohnung in Zimmersrode (Schwalm-Eder-Kreis) ein Guthaben in Höhe von 388 Euro überwiesen bekommt. Allerdings wird die junge Mutter etwas stutzig, denn die Eon hat für ihre Bilanz den rechnerischen Zählerstand zugrunde gelegt. Und der sei deutlich geringer als jener, den sie dem Versorger am Telefon mitgeteilt habe.

Plötzlich Mahnung

Ende August habe sie erneut Post von der Eon erhalten – eine Mahnung. Sie wurde aufgefordert, 508 Euro zu überweisen. „Das war nach der Nachricht über das Guthaben der erste Kontakt mit der Eon“, sagt die gelernte Industriemechanikerin. Sie griff zum Telefon, wählte die Nummer einer Servicemitarbeiterin, um die Sache zu klären. „Ich hatte nicht einmal eine Schlussabrechnung vorliegen“, sagt Alexandra Loth.

Zu diesem Zeitpunkt erschien ihr die Summe völlig aus der Luft gegriffen. Die Kundenberaterin habe nach einigem Hin und Her gesagt, das offensichtliche Missverständnis klären zu wollen. Sie habe einen Rückruf bzw. Post von der Eon angekündigt.

Als sie nach Rückkehr aus dem Urlaub am 8. September einen Brief ihres Stromanbieters in den Händen hält, verschlägt es ihr die Sprache: Die Eon teilt Alexandra Loth mit, dass gegen sie ein gerichtliches Mahnverfahren eingeleitet wird. Es folgt erneut ein unfreundliches Gespräch mit dem Stromversorger, in dem die Bad Emstalerin erneut eine Schlussabrechnung einklagt. „Was mich ärgert, ist nicht die Tatsache, dass ich Geld zurückzahlen muss. Vielmehr bin ich darüber wütend, dass ich hinter allem her rennen und mich kümmern muss.“ In den kommenden vier Wochen, so habe man ihr versprochen, werde sie Post bekommen.

Betrag klettert weiter

Nichts geschieht. Anfang Oktober ruft sie bei der Eon an, hakt nach. Die korrigierte Schlussrechnung sei nun fertig. Und in der Tat hält sie das Papier wenig später in den Händen, nur ist der Betrag nun von 508 Euro auf 832 Euro geklettert. So muss sie nicht nur das fälschlich überwiesene Guthaben zurückzahlen, sondern nach Berücksichtigung des korrigierten Zählerstandes eine Nachzahlung leisten. Enthalten in der Summe sind zudem 45 Euro an Zinsen und Bearbeitungsgebühr. Alexandra Loth wird die Außenstände in Raten begleichen. Doch der Ärger über das Procedere bleibt: „Fast fünf Monate bin ich der Eon hinterher gerannt. Ich möchte nicht wissen, wie vielen Familien das genauso geht.“ Das Sagt die Eon

Aus Sicht von René Schneider, Sprecher von Eon Mitte Vertrieb in Kassel, stellt sich die Situation um die Stromrechnung anders dar. Nicht Alexandra Loth habe den korrekten Zählerstand ihrer Wohnung in Zimmersrode durchgegeben, sondern ihr Vermieter.

Das sei am 17. August geschehen. Am 5. Oktober sei die korrigierte Schlussrechnung an Familie Loth geschickt worden. „Das hat in der Tat ein bisschen lang gedauert“, sagt Schneider. Aus diesem Grund werde Eon Mitte auf die Zinsen und Bearbeitungsgebühren in Höhe von 45 Euro verzichten, kündigt der Pressesprecher an.

Im Oktober sei ein Ratenplan an die Bad Emstalerin geschickt worden. Den habe sie auch akzeptiert und angekündigt, die Außenstände begleichen zu wollen. (ant)

Von Antje Thon

Quelle: HNA

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