Spiel mit vielen Trümpfen

Guxhagen denkt über Fördergeld für neu geschaffene Arbeitsplätze nach

Blick in die Fertigungshalle für Bioreaktoren bei Sartorius Guxhagen: Das Unternehmen arbeitet seit 2012 auch in der Fuldagemeinde. Öffentliche Wirtschaftsförderung gab bei der Standortwahl nach Unternehmensangaben nicht den Ausschlag. Vielmehr wollte man Mitarbeiter aus Melsungen halten, außerdem lockten Autobahnnähe und Investoren am Standort. Archivfoto: Privat/Repro: Racky

Guxhagen. In Guxhagen gibt es Überlegungen, eine mit dem Europarecht abgestimmte Satzung zur Arbeitsplatzförderung ins Leben zu rufen. Anlass ist die Ansiedlung des Biotechnologie-Herstellers Sartorius in der Fuldagemeinde.

Das neue Regelwerk käme allen Unternehmen in der Gemeinde zugute, die neue sozialversicherungspflichtige Stellen schaffen. Das erklärte Bürgermeister Edgar Slawik auf Anfrage.

Vertreter der Gemeinde und des Unternehmens Sartorius hatten im Vorfeld der Standortentscheidung für Guxhagen über eine Arbeitsplatzförderung gesprochen, ohne fixe Absprachen zu treffen, erklärten Slawik und Sartorius-Sprecherin Petra Kirchhoff. In die allgemein verbindliche Satzung zur Wirtschaftsförderung könnte die Gemeinde laut Slawik nun konkrete Fördersummen aufnehmen. Die Höhe der kommunalen Arbeitsplatzförderung müsse dabei in den Gemeindegremien diskutiert werden.

Ob eine solche Arbeitsplatzförderung mehr Unternehmen in die Gemeinde holt, ist allerdings fraglich. Das zeigt wiederum das Beispiel Sartorius: Das hatte nach eigenen Angaben zwar bei der Ansiedlung in Guxhagen vom Land Hessen 200.000 Euro Fördergeld bekommen - für den Standort Guxhagen habe aber weder das Geld vom Land noch eine mögliche Arbeitsplatzförderung der Gemeinde den Ausschlag gegeben, erklärte die Unternehmenssprecherin.

Entscheidend war laut Kirchhoff beim Verlagern der Produktion von Melsungen an einen anderen Ort vielmehr der Wunsch, möglichst viele Fachkräfte zu halten. Da habe sich Guxhagen mit zumutbaren Anfahrtswegen angeboten. Unschlagbar sei auch die unmittelbare Nähe der Fuldagemeinde zur Autobahn 7 gewesen. Schließlich habe man seinerzeit mit einem Investor vor Ort auch ein gutes Lösungspaket in Sachen Grundstück und Betriebsgebäude vorgefunden. Kirchhoff: „Das Thema Arbeitsplatzförderung war nicht entscheidend.“

Wie hoch die mögliche Arbeitsplatzförderung auch ausfallen mag, schon jetzt steht fest: Mit Sartorius ist Guxhagen so gut wie sicher auf der Gewinnerseite. Die dort bislang entstandenen Arbeitsplätze gibt Kirchhoff mit 230 an. Zu erwarten hätten die Guxhagener in den nächsten Jahren außerdem erhebliche Steuereinnahmen. Zur Höhe konnte die Unternehmenssprecherin nichts Konkretes sagen. Dazu gebe es in den Schätzdaten der vertraulichen Steuerszenarien noch zu viele Unbekannte, hieß es seitens des Unternehmens.

Von Lorenz Grugel

Quelle: HNA

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