Amerikanische Gäste zu Besuch in der Gedenkstätte Breitenau

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Verbunden: Seit 14 Jahren besteht die Partnerschaft zu der amerikanischen Gemeinde St. John’s in Nazareth.

Guxhagen. Tief bewegt hat die amerikanischen Gäste der evangelischen Kirchengemeinde Melsungen Montag ihr Besuch in der Gedenkstätte Breitenau.

Schon der Film zu Beginn der Führung über das ehemalige Arbeitslager rührte einige der amerikanischen Gäste zu Tränen. Die Geschichte der Nazi-Zeit kennen sie sonst nur aus Fernsehen und Zeitung. In der Gedenkstätte Breitenau lernten sie dieses Kapitel der deutschen Geschichte unter ganz neuen Gesichtspunkten kennen.

„Mir ist das Ausmaß auf die deutsche Bevölkerung so nicht bewusst gewesen“, sagt Bob Krug. Der Amerikaner hat schon viele Bücher zu dem Thema gelesen. Darunter auch das Tagebuch der Anne Frank. Außerdem hat er den Film „Schindlers Liste“ gesehen. „Das hilft mir, die Situation besser zu verstehen“, sagt Krug. Trotzdem sei es für ihn schwer zu begreifen, in welcher Angst die Menschen gelebt haben müssen.

Auch für die anderen Amerikaner aus der Melsunger Partnergemeinde St. John’s in Nazareth war der Besuch der Gedenkstätte und der Klosterkirche keine leichte Kost zum Abschluss ihrer zwölftägigen Reise. „Ich habe hier viel Neues über den Holocaust erfahren“, sagt Kathy Heller. Besonders interessierte sie bei der Führung durch die Breitenau, wie die Nazi-Zeit den Alltag der Menschen verändert hat.

Auch für den Leiter der Gedenkstätte Breitenau, Dr. Gunnar Richter, ist der Besuch von ausländischen Gästen immer wieder etwas besonderes. „Sie interessieren sich viel stärker dafür, wie wir mit den Erinnerungen heute umgehen“, sagt er.

„Die Geschichte zeigt uns, dass wir andere mehr akzeptieren müssen“, sagt Kathy Heller nach der Führung. Das findet auch Debbie Krug: „Wir sollten unsere Unterschiede tolerieren und feiern.“

Neben dem Besuch der Gedenkstätte stand für die Amerikaner auch ein Ausflug nach Berlin auf dem Programm. Dort besuchten sie den Checkpoint Alpha. „Wir haben uns viel mit der deutschen Geschichte beschäftigt“, sagt Pfarrer Sigurd Sadowski. Heute treten die amerikanischen Gäste ihre Heimreise nach Pennsylvania an. Mit im Gepäck haben sie viele bewegende Eindrücke und schöne Erinnerungen an ihre Zeit in der Bartenwetzerstadt. (yvk)

Quelle: HNA

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