Problem: Kindergärten sind voll belegt, Nachfrage ist enorm

Guxhagen: Kita-Besuch könnte bald teurer werden

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Kinder im Fokus: In Guxhagen wird über neue Betreuungsplätze nachgedacht. Unklar ist, ob ein Neubau entstehen soll.

Guxhagen. In Guxhagener Kindergärten ist derzeit eine Fachkraft für etwa zehn Kindergartenkinder zuständig.

Damit liegt die Gemeinde leicht unter dem Landesdurchschnitt (9,8 Kinder pro Erzieherin). Um die Erzieherinnen zu entlasten, wird in Guxhagen nun für mindestens ein Jahr eine weitere Fachkraft für die Betreuung im Waldkindergarten eingestellt.

Das beschlossen die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Montag. Nicht nur über die zusätzliche Stelle herrschte Uneinigkeit, sondern auch darüber, wie man der gestiegenen Nachfrage nach U3-Plätzen künftig nachkommen will.

Das Problem

Bereits im kommenden Kindergartenjahr 2016/2017 könnten laut einer Bedarfsplanung nicht mehr alle Kinder in den beiden Betreuungseinrichtungen in Guxhagen aufgenommen werden. „Unsere Kindergärten sind voll belegt, die Krippen zu 100 Prozent ausgelastet“, sagte Reiner Kramm (SPD). Die Nachfrage nach U3-Plätzen sei enorm und die Nachfrage nur mit mindestens zwei weiteren normalen und einer Krippengruppe zu bewältigen.

Der Vorschlag 

Ein Neubau wie von Bürgermeister Edgar Slawik favorisiert (wir berichteten) würde zwar neue Plätze schaffen, aber die Finanzierung ist laut Kramm unklar. Ein Neubau würde mit Personal- und Betriebskosten rund 400 000 Euro pro Jahr kosten. „Wie wollen wir das denn stemmen bei unserer Haushaltssituation?“

Die Finanzierung 

Martin Graefe (CDU) und Alexandra Ried (Freie Wähler) betonten, dass die Finanzierung neuer Betreuungsplätze nicht alleine von der Gemeinde getragen werden könne. „Vielleicht muss man sich auch wieder über die Kindergartengebühren Gedanken machen“, sagte Graefe. Es sei eine Wunschvorstellung, dass die Gemeinde alles zum Nulltarif finanziert, sagte Ried. „Die meisten Eltern, die ich kennengelernt habe, wären bereit für eine bessere Betreuung zu zahlen.“ Dass die Anmeldezahlen bei höheren Gebühren zurückgehen könnten, glaubt sie nicht. Über eine Gebührenerhöhung müsse bald nachgedacht werden, sagte auch Slawik. Die Fraktionen waren sich einig, dass schnell eine Entscheidung getroffen werden muss. Denn im März kommenden Jahres läuft die Förderung des Landes für die Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze aus.

Neue Fachkraft 

Der Beschluss, eine neue Erzieherin für den Waldkindergarten einzustellen, spaltete das Parlament. Die SPD lehnte aufgrund der Kosten ab. „Mit den 30 000 Euro, die die zusätzliche Stelle kostet, wird nicht ein neuer Platz geschaffen“, sagte Oliver Brandenstein (SPD). Weil die Gruppenbetreuung durch die zusätzliche Fachkraft verbessert würde, stimmten Grüne und Freie Wähler eindeutig für den Beschluss. Mit zehn Gegenstimmen und 15 Ja-Stimmen wurde der Antrag angenommen.

Künftig sollen aus den Kindergartengruppen dann einzelne Kinder herausgenommen werden, um sie im Waldkindergarten zu betreuen. Dort wird die neue Fachkraft eingesetzt. Die Erzieherin aus dem Kindergarten braucht dann nicht mehr mit in den Wald gehen.

Quelle: HNA

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