Auch Online-Petition gestartet

Eltern protestierten gegen Sporthalle als Flüchtlingsunterkunft

Guxhagen. 150 Menschen haben sich am Donnerstagabend vor dem Guxhagener Rathaus gegen die örtliche Kreissporthalle als Standort für Flüchtlinge ausgesprochen.

Das Parlament beauftragte anschließend den Gemeindevorstand, sich auf die Suche nach Alternativflächen für eine mögliche Erstaufnahmeeinrichtung zu machen.

Bürgermeister Edgar Slawik wertete den Beschluss als einen Einstieg in eine aktive Flüchtlingspolitik. Gleichzeitig stellte er klar, dass damit ein möglicher Einzug von Flüchtlingen in die Halle nicht aus der Welt sei. Vor der Zusammenkunft der Gemeindevertreter hatte Slawik in einer Diskussion mit besorgten Eltern Verständnis für deren Anliegen geäußert. Redner hatten sich vor dem Rathaus besorgt gezeigt um die Sicherheit ihrer Kinder. Gleichzeitig stellten sie klar, dass es ihnen ausschließlich um den Hallenstandort in Nachbarschaft zu zwei Schulen und einem Kindergarten gehe - an anderen Orten der Gemeinde seien Flüchtlinge willkommen.

Besorgte Eltern hatten bereits auf der Plattform www.change.org eine Online-Petition gestartet, ohne dort die Namen der Initiatoren zu veröffentlichen. Das ist nach Angaben des Portals möglich, wenn Petitionsstarter Schutzinteressen haben. Seitens der besorgten Eltern erklärte dazu ein Vater - auch er wollte ohne Namen zitiert werden -, sein Kind sei aufgrund von Äußerungen im Netz damit konfrontiert worden, aus einer ausländerfeindlichen Familie zu kommen.

Mit dem Beschluss vom Donnerstag kann die Gemeinde bei der Suche nach Alternativstandorten auch den Kontakt zu Grundstückseigentümern suchen. Im Auge hat Slawik zurzeit eine etwa 3500 Quadratmeter große Wiese zwischen Wollröder Weg und Schwarzbachweg, erklärte der Rathauschef im Parlament. Auch in Felsberg und in Gudensberg sind die Hallen als mögliche Standorte im Gespräch, öffentlichen Protest hat es dort bisher nicht gegeben.

Die Gruppe der besorgten Eltern hat beim Ordnungsamt für Montag, 19. Oktober, ab 18.30 Uhr eine Demonstration vor dem Bürgersaal angemeldet. (lgr)

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Quelle: HNA

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