Schule in kenianischem Dorf ist jetzt mit Elektrizität versorgt

Guxhagener Förderverein: Endlich Strom in Tingolo

Feinarbeiten: Die Leitungen in den Klassenräumen sind verlegt, Jetzt werden die Wände verputzt.

Guxhagen/Tingolo. Auf den Schalter drücken, und schon geht das Licht an: Was für uns selbstverständlich ist, war für die Menschen im kenianischen Dorf Tingolo bislang undenkbar.

Jetzt gibt es dort endlich eine Stromleitung. Zu den ersten, die davon profitieren, gehört die Sekundarschule des Ortes. Möglich wurde das auch durch die Unterstützung des Guxhagener Fördervereins „Schule in Tingolo“.

Seit 17 Jahren setzen sich die 13 Mitglieder dafür ein, dass die Kinder von Tingolo eine Schulbildung erhalten. Allen voran die Vereinsvorsitzende Helga Kerl. Einmal im Jahr reist die Guxhagenerin nach Kenia, um sich von den Fortschritten des Schulprojekts zu überzeugen. Jetzt ist sie von ihrem jüngsten Besuch zurückgekehrt und hat gute Neuigkeiten: Endlich ist das Dorf Tingolo – zumindest der zentrale Bereich – an die Stromversorgung angeschlossen.

Bei Licht lernen

Die Sekundarschule, die mithilfe des Guxhagener Fördervereins gebaut wurde, bekam vor kurzem ebenfalls elektrische Leitungen. Das heißt: In den Klassenräumen gibt es jetzt Lampen, und die 120 Schüler können sich auch abends zum Lernen in den Räumen treffen. Zudem können –irgendwann einmal – Computer angeschafft werden.

Die Guxhagener steuerten 2000 Euro für den Stromanschluss, den Verteilerkasten und Leitungen bei. „Für die Schule war das zu viel Geld“, sagt Helga Kerl. Denn zwar bezahlten die Eltern Schulgeld für den Unterricht, aber das reiche bei weitem nicht für Investitionen. Die Schulleitung muss zum Beispiel vier von neun Lehrern aus eigener Tasche bezahlen. Die Hilfe aus Guxhagen ist deshalb bitter notwendig. 6000 Euro hat der Förderverein im vergangenen Jahr nach Kenia überwiesen. Geld, das durch Mitgliedsbeiträge und Spenden zusammengekommen ist. Besonders dankbar ist Helga Kerl für eine Spendenaktion der Melsunger Aesculap-Apotheke. Bei einem Tag der offenen Tür sammelten die Mitarbeiter Geld für die Schule in Tingolo. „Das hat unserem Verein sehr geholfen“, sagt die Vereinsvorsitzende.

Neues Labor

Dass jeder Cent aus Guxhagen sinnvoll verwendet wird, zeigen Fotos, die Helga Kerl von ihrer Reise mitgebracht hat. Sie zeigen das Gebäude der neuen Sekundarschule mit einem wissenschaftlichen Labor, das inzwischen fertiggestellt ist. Sie zeigen die neuen elektrischen Leitungen und fröhliche Kinder, die die benachbarte Grundschule besuchen. Auch diese Einrichtung ist vor einigen Jahren mithilfe des Guxhagener Fördervereins entstanden und soll demnächst mit Strom versorgt werden. Das dafür notwendige Geld stellen die Helfer aus Guxhagen zur Verfügung.

In den kommenden Jahren wird noch viel in Tingolo zu tun sein. Da ist sich Helga Kerl sicher. „Aber wenn von 30 Kinder nur zwei anschließend studieren, hat sich der Aufwand gelohnt“, sagt die Guxhagenerin. Spendenkonto: Förderverein Schule in Tingolo, VR-Bank Chattengau, BLZ: 520 622 00, Kontonummer: 64 37 907.

Quelle: HNA

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