18 verweigern die Anstaltskost – Eigenversorgung ist allerdings möglich

Protest gegen Haftbedingungen: Häftlinge hungern weiter

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Justizvollzugsanstalt Ziegenhain: In diesem Gebäudetrakt sind derzeit Sicherungsverwahrte untergebracht. Seit Montag verweigern einige von ihnen das Essen. Foto: Rose

Schwalmstadt. Der Hungerstreik geht weiter. Auch am Dienstag verweigerten 18 verurteilte Schwerverbrecher in der Ziegenhainer Justizvollzugsanstalt die Anstaltskost.

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Am Dienstag hatten laut Justizministerium zwei der Gefangenen die Aktion abgebrochen, sieben weitere Sicherungsverwahrte erklären sich weiterhin solidarisch, lehnen eine Teilnahme allerdings aus gesundheitlichen Gründen ab. Ob die Häftlinge deshalb tatsächlich ganz auf Essen verzichten, ist allerdings fraglich.

Brot in den Zellen

Laut Justizministerium sei es durchaus üblich, dass die Gefangenen in der Ziegenhainer Sicherungsverwahrung Lebensmittel wie Brot, Margarine und Marmelade in ihren Zellen haben. Außerdem gebe es in der gesonderten Abteilung des Gefängnisses eine Gemeinschaftsküche mit Kühlschrank und Herd.

Die Anstaltsleitung bietet den Häftlingen eine ärztliche Begleitung der Aktion an. Diese beinhalte eine Kontrolle der Vitalzeichen wie Blutdruck- und Pulsmessen ebenso wie die des Allgemeinzustands. Elf der Hungerstreikenden hätten bisher dieses Angebot abgelehnt, erklärte Dagmar Döring, Sprecherin des Justizministeriums. Vergünstigungen wie unbegrenztes Telefonieren außerhalb der Einschlusszeiten werde den Häftlingen weiterhin gewährt, heißt es vom Justizministerium.

Den auf fünf Tage befristeten Hungerstreik hatten am Montag in der Ziegenhainer Anstalt 22 Sicherungsverwahrte begonnen. In einer Stellungnahme hatten die Sicherungsverwahrten kritisiert, dass die Unterbringung in einer gesonderten Station für Sicherungsverwahrte nicht den Vorgaben des Europäischen Menschengerichtshofes entspreche.

Quelle: HNA

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