Auseinandersetzung in der JVA Schwalmstadt: Gefangener mit Messer verletzt

Häftlingsstreit endete vor Gericht

Treysa. Wegen gefährlicher Körperverletzung musste sich gestern ein 53-Jähriger aus Fulda vor dem Amtsgericht Treysa verantworten. Dem Mann wurde zur Last gelegt, im Ziegenhainer Gefängnis einen weiteren Inhaftierten im Streit mit einem Messer attackiert zu haben.

Im August 2010 war es zwischen dem Angeklagten und dem Mithäftling zum Streit in der Teeküche der JVA gekommen. Zeugen hatten erklärt, in Anwesenheit eines dritten Insassen habe der Angeklagte den Mithäftling beschimpft und angegriffen, weil es zu Unstimmigkeiten hinsichtlich der Küchenliste gekommen sei. „Das stimmt so nicht“, sagte der 53-Jährige. Er habe kochen wollen und sei dabei vom Mithäftling von hinten angegriffen worden. Dieser habe ihn gegen den Hinterkopf geschlagen. Er habe sich vom Angreifer losgerissen und ihn dabei mit dem Messer verletzt. „Ich hatte vom Schneiden noch das Messer in der Hand“, sagte der Angeklagte.

Der Verletzte habe geschrien und versucht, mit einem Deckel nach ihm zu schlagen, erzählte er. Als er versucht habe, einen weiteren Angriff abzuwehren, seien mehrere Gefangene auf dem Flur gewesen.

Bereits vor der Auseinandersetzung in der Teeküche habe er Probleme mit dem Angreifer und anderen Häftlingen auf der Station gehabt, sagte der Angeklagte. Mit einer Unterschriftenliste habe man seine Verlegung erreichen wollen.

Beamte kamen hinzu und brachten nacheinander die drei Häftlinge aus der Küche. Der Angeklagte war laut Arztbericht unverletzt. Der Geschädigte blutete laut Zeugenaussagen an den Händen. Weil er aber später in sein Heimatland abgeschoben worden war, konnte er vor Gericht keine Aussage machen. „Ich habe gekocht, aber wer angefangen hat, keine Ahnung“, sagte schließlich der dritte Häftling, der während des Streits in der Teeküche war. Vier weitere ehemalige Mithäftlinge widersprachen zum Teil ihren früheren Aussagen und erklärten, die Tat nicht beobachtet zu haben. Zwei von ihnen bestätigten die Unterschriftenaktion gegen den Angeklagten, der lebenslang einsitzt und nach Dresden verlegt wurde.

Weil die Schuld nicht zweifelsfrei geklärt werden konnte, wurde der Angeklagte freigesprochen. Die Verfahrenskosten trägt der Staat. (zhk)

Quelle: HNA

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