Der Biohof Hirschle in Eubach bietet seinem Federvieh einen Stall auf Kufen und Auslauf ins Grüne

Hähnchen leben im Mobilheim

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Mit Hähnchen auf Du und Du: von links die Söhne Daniel (12), Lars (8) und Philip (14) Hirschle, im Hintergrund Frederik Walczuch, Feriengast Uli Kaspari und Christina Groh-Hirschle sowie der mobile Stall am Ortsrand von Eubach.

Eubach. Ein zugstarker Schlepper, zwei Stahlseile – und schon geht der mobile Masthähnchenstall der Familie Groh-Hirschle aus Eubach auf Reisen. Nicht weit, nur ein paar Meter über die Wiese, damit das Federvieh wieder viel frisches Grün zum Picken hat. Möglich machen das Kufen unter der Konstruktion.

Den 1000 bis 1200 Masthähnchen, darunter auch viele Hühnchen, bietet der Stall mit einer Grundfläche von 15 mal 8 Meter reichlich Platz. Dort finden sie zumeist eigenes Bio-Getreide zum Fressen, dazu Mineralien, eiweißreiches Ergänzungsfutter (Soja und Lupine) und Wasser. Werden die beiden Jalousien hochgezogen, heißt es: Raus auf die Wiese zum Picken und Scharren.

Ist die eine Wiese zu lädiert, wird der mobile Weidezaun umgesteckt, und die Jalousien auf der anderen Seite werden geöffnet, erklärt Christina Groh-Hirschle. Der nächste Schritt ist dann das Umsetzen des Stalls mithilfe des Schleppers - auf der leicht abschüssigen, wenn auch etwas terrassierten Wiese jedoch kein ganz einfaches Unterfangen.

Drei Tonnen schwer

Seit Sommer steht die drei Tonnen schwere Konstruktion, die in dieser Form im Schwalm-Eder-Kreis einmalig ist. Dreimal wurde sie bisher versetzt. Weil der Stall keinen eigenen Boden hat, sondern das Stroh direkt auf das Gras aufgebracht wird, bleibt die Einstreu samt Mist an Ort und Stelle und wird dann einfach weggeräumt. Der Stall kann dann gewaschen und desinfiziert werden, bevor das Geflügel einzieht.

Die Hähnchen einer langsam wachsenden Mast-Rasse, wie sie für den Bioland-Betrieb erforderlich ist, fühlen sich in dem neuen Stall offensichtlich wohl.

Auch Hirschles sind zufrieden. Nur die bürokratischen Hürden waren zeitraubend. Immer wieder mussten zusätzliche Unterlagen beigebracht, und die Typenstatik aus Frankreich musste noch von einem für Hessen zugelassenen Prüfstatiker nachgerechnet werden. Auch fachliche Stellungnahmen und Gutachten führten dazu, dass Monat um Monat verstrichen. „Es war viel Bürokratie“, sagt der 43-jährige Agrar-Ingenieur Hubert Hirschle.

Der Grund für den ganzen zeitlichen und finanziellen Aufwand: In dem festen Stall, in dem das Federvieh früher untergebracht war, hatten die Tiere keinen ordentlichen Auslauf. Christina Groh-Hirschle: „Die Hähnchen sollen aber immer Grünes haben.“

Quelle: HNA

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