Sie häkeln für Luther für den Reformator

Aus wetterfester Wolle entsteht in Homberg ein großes Bildnis Luthers

Was machen die denn da? Diese Frage stellte sich wohl so mancher Spaziergänger, der (von links) Lotti Schreiber, Benjamin Altmann und Dorothee Lüninger samstags auf dem Marktplatz sitzen und käkeln sah. Fotos: Meinicke

Homberg. Wetterfest soll es sein und groß wird es. Vier Meter breit und 6,20 Meter lang soll das Lutherbildnis werden, an dem eine kleine Gruppe von Hombergern bereits seit einiger Zeit arbeitet.

Das Besondere daran: Luthers Nase, seine Augen, der Mund und überhaupt sein ganzes Gesicht entsteht aus Wolle. Quadrat für Quadrat. Das gehäkelte Bildnis soll am ersten Advent 2016 fertig sein.

Martin Luther erneuerte beziehugnsweise modernisierte 1517 die Kirche. Schnell wurden seine Thesen vielerorts aufgegriffen.

Auch in der heutigen Reformationsstadt Homberg soll 2017 nach einem halben Jahrhundert dieser Umwälzungen feierlich gedacht werden - auch mit dem Bild des Reformators aus Omega und Lang-Yarns-Wolle. Es wird aus 2 480 Quadraten, die zehn Mal zehn Zentimeter groß sind entstehen. Und das in den Farben gold, weiß und rot. Insgesamt 103 goldene, 421 weiße und 329 rote Quadrate werden benötigt. „Aus einem Knäuel Wolle gewinnt man etwa sechs Quadrate“, sagt Benjamin Altmann von der Häkel-Gruppe.

Es gibt also viel zu tun, um das Ziel zu erreichen, deshalb werden noch Mitstreiter gesucht. Jeden ersten Samstag im Monat ab 14 Uhr neben der Touristeninformation am Marktplatz (Haus der Reformation) wird gehäkelt. Neulingen wird das Häkeln übrigens auch beigebracht. Weitere Ideen für das Gedenkjahr sind erwünscht.

Pfarrerin Gundula Kühneweg entdeckte in alten Zeitungen, dass es bereits 1921 eine Aufführung zum Thema in Homberg gegeben hatte. Damals wurde die 400. Wiederkehr des Tages von Worms mit einem kirchlichen Freispiel im Gude’schen Saale gewürdigt. Autor war Hans Herrig. Damen und Herren der Stadt wirkten ebenso mit, wie der Seminarchor vom heutigen THS-Bau.

Obwohl vom Lutherbild bisher nur ein Stück fertig ist, ranken sich bereits Legenden um das gute Werk. Zum Beispiel, als ein Ehepaar auf der Durchreise von Coburg nach Kassel in Homberg den Markt besichtigte und auf die häkelnde Gruppe traf. „Lauf mal 20 Minuten herum“, bat die Frau ihren Mann. Er gehorchte und sie häkelte in dieser Zeit ein Quadrat.

Vielleicht wird es 2017 sogar ein kleines Buch mit diesen Geschichten geben. So oder so wird allen Beteiligten der Erfolg ihres guten Werkes sicher sein. (me)

Weitere Informationen: Benjamin Altmann, Telefon 05681/848844

Termin: Gehäkelt wird jeden ersten Samstag im Monat, ab 14 Uhr, neben der Touristeninformation.

Quelle: HNA

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