Ein überregionales MRE-Netzwerk Nord-und Osthessen soll Gefahren bekämpfen

Hände waschen hilft schon

Großes Interesse: Etwa 180 Gäste kamen zur Netzwerkgründung gegen multiresistente Erreger (MRE) in Melsungen. Auf dem Bild vorne von links Prof. Wolfgang Witte, Jörg Osmers (hessisches Sozialministerium)und Dr. Karin Müller (Gesundheitsamt Region Kassel). Foto: Mangold

Melsungen. In Deutschland sterben jedes Jahr bis zu 12 000 Menschen an Infektionen, die sie sich im Gesundheitswesen zugezogen haben. Ursache sind die multiresistenten Erreger (MRE), die sich mit Antibiotika nicht mehr wirksam bekämpfen lassen.

Um die Arbeit der bereits bestehenden nordhessischen MRE-Netzwerke noch schlagkräftiger zu machen, schlossen sich jetzt sechs regionale Netzwerke zu einem gemeinsamen Netzwerk Nord- und Osthessen zusammen.

Ziel ist es, gemeinsame Standards zu entwickeln, um multiresistente Erreger schneller zu erkennen, durch gezielte Hygiene zu vermindern und den Betroffenen Vorbeugungs- und Behandlungsmöglichkeiten anzubieten.

Geleitet wird das neue MRE-Netzwerk Nord- und Osthessen von Dr. Markus Schimmelpfennig vom Gesundheitsamt Region Kassel, der auch die Gründungsfeier des Netzwerkes in der Kulturfabrik Melsungen moderierte. Er befürwortet die Einheitlichkeit der Hygiene-Managements, um eine gute Versorgung von Patienten zu gewährleisten, auch wenn sie in Fritzlar operiert und danach in Bad Wildungen rehabilitiert werden.

Die Hygienestandards müssten für alle gleich sein, von der Händedesinfektion bis zum Antibiotikaeinsatz. Weil ein Keim nicht an der Grenze des Landkreises halt mache, müsse man sich abstimmen, meinte auch Dr. Karin Müller, Leiterin des Gesundheitsamtes Kassel. Und dazu brauche man die Unterstützung der Politik

Bund, Länder und Kommunen müssten zusammenarbeiten, um MRE zu bekämpfen, forderte Anne Janz, Gesundheitsdezernentin der Stadt Kassel. „Die Erreger nehmen zu und sind multikomplex“, sagte sie. Das erfordere Handeln auf allen politischen Ebenen.

Jörg Osmers vom hessischen Sozialministerium bat alle Einrichtungen des Gesundheitssystems, vom Krankenhaus über Altenheime, Reha-Einrichtungen, Pflegedienste bis zur Tätowierstube, am Netzwerk teilzunehmen. Auch niedergelassene Ärzte sollten motiviert werden mitzumachen.

Den Infektionen mit MRE könne man vorbeugen, indem man das Hygienemanagement optimal durchführe: „Es hilft nur eins: Hände waschen“, sagte er. „Es gibt kein Transportmittel, dass so schnell Keime verbreitet wie die Hand.“

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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