Ungewöhnlicher Cembalo-Klang bei Konzert in der Gudensberger Synagoge

Händel historisch interpretiert

Traten in der Synagoge von Gudensberg auf: Von links Matthias Valentin, Ruth Fiedler und Prof. Dr. Wolfgang Christian Schroeder. Foto: Dürr

Gudensberg. Musik von Georg Friedrich Händel erklang am Samstagabend in der Gudensberger Synagoge. Prof. Dr. Wolfgang Christian Schroeder (Tasteninstrument), Ruth Fiedler (Tasteninstrument, Gesang) und Matthias Valentin (Violine) präsentierten ausgewählte Kompositionen. Sie orientierten sich dabei an historischer Aufführungspraxis.

Erstaunt war man beim Betreten der Synagoge über die beiden Instrumente, die vor den Stühlen aufgebaut waren: zwei elektronische Virginals von Roland.

Aber schon bei den ersten drei Tänzen aus der Wassermusik, adaptiert für zwei Tasteninstrumente, überzeugte der Klang: perfekt nachgeahmter Truhenorgel- oder Cembalo-Klang kann auf Knopfdruck erklingen.

Leichte Koloraturen

Das zitternde Glänzen in „Singe, Seele, Gott zum Preise“ aus den neun deutschen Arien von Georg Friedrich Händel interpretierte Fiedler mit leichtem, beweglichem und glänzend-klarem Sopran. Hell und klar erklang es in den Höhen, mit sehr gut verständlicher Sprache und leichten Koloraturen.

Souverän, virtuos begleiteten Fiedler am Basso Continuo und Valentin auf der Violine, der auf forcierte Vibrati verzichtete.

Zwei Violinsonaten in A-Dur, eine Chaconne in G-Dur und Rejoice aus dem Oratorium „Der Messias“ ergänzten und rundeten das Programm ab, das die Vielseitigkeit des Zeitgenossen Bachs hörbar machte.

Heitere Musiksprache

Schön interpretiert, mit bewegter Agogik und Rhythmik kam eine meist heitere Musiksprache zum Ausdruck. Fröhlich-beschwingt wurden die Gudensberger Zuhörer schließlich in den Abend entlassen: mit der Hornpipe aus der Wassermusik, in einer Bearbeitung für zwei Tasteninstrumente.

Von Agnes Dürr

Quelle: HNA

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