Händler schummeln beim Dosenpfand

Schwalm-Eder. Der Verkauf von Getränkedosen ohne Dosenpfand ist bis auf wenige Ausnahmen in Deutschland seit 2003 nicht mehr erlaubt. Und doch bekommt man sie im Schwalm-Eder-Kreis fast an jeder Ecke - vor allem in Asia-Läden und bei Imbissbuden.

„Tatsächlich ist das ein Problem“, sagt Michael Conrad, Pressesprecher des Regierungspräsidiums Kassel, das für die Einhaltung der Pfandpflicht im Regierungsbezirk Kassel zuständig ist.

Vor allem in Imbissbuden und im Kleingaststättenbereich finde man die in der Regel aus dem europäischen Ausland importierten Dosen ohne Pfandlogo.

Im vergangenen Jahr haben Mitarbeiter des Dezernates für Abfallwirtschaft rund 100 Groß-, Zwischen- und Einzelhändler kontrolliert. „Die Zahl der Beanstandungen lag zwischen 60 und 70 Prozent“, sagt Conrad.

Bußgeld bis zu 50.000 Euro

Bei rund 25 Prozent der beanstandeten Betriebe wurde ein Bußgeld fällig. Das fange bei 100 bis 200 Euro an, könne aber bei Wiederholung bis zu 50.000 Euro betragen.

Außerdem werde jeder Verstoß den Finanzbehörden gemeldet. Die Menge der gefundenen Dosen reiche von einer Palette bis hin zu mehreren Kubikmetern.

Der Verkauf dieser importierten Dosen verschaffe den Händlern Wettbewerbsvorteile, sagt Conrad, denn über das Dosenpfand wird das Duale System finanziert.

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Von Barbara Kamisli

Quelle: HNA

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