Aufgegebene Grundstücke interessieren das Land Hessen nicht

Häuser ohne Eigentümer belasten die Gemeinden

Aufgegebene Grundstücke interessieren das Land Hessen nicht

Schwalm-Eder. Immobilien im Kreis, die das Land Hessen geerbt hat, machen den Städten und Gemeinde Probleme. Dabei handelt es sich um Gebäude und Grundstücke, die nach dem gesetzlichen Erbrecht des Staates das Hessen erbt, weil der Erblasser keinen Verwandten, Ehegatten oder Lebenspartner hat.

Solche Liegenschaften, von denen das Hessische Immobilienmanagement etwa 1000 verwaltet, sind überschuldete und renovierungsbedürftige Gebäude und Grundstücke.

Beispiele gibt es in allen Kreisteilen: In Knüllwald-Oberbeisheim ist es etwa der verfallene Hof Lepper, bei dem im vergangenen Jahr bereits wegen Einsturzgefahr das Dachgeschoss entfernt wurde. In Guxhagen-Wollrode soll die Ruine eines eigentlich denkmalgeschützten Hauses bald abgerissen werden. Gemeinde und Land sollen sich die Kosten teilen, sagt Bürgermeister Edgar Slawik.

Ungleich problematischer sind herrenlose Häuser. Dabei handelt es sich um Immobilen, die keinen Eigentümer mehr haben – weil ein Verzicht auf das Eigentum in das Grundbuch eingetragen wurde. Das Land Hessen hat das Recht, sich solche Grundstücke anzueignen und sich als Eigentümer ins Grundbuch eintragen zu lassen. Aber: „Das passiert in der Regel nicht“, sagt Renate Gunzenhauser, Sprecherin des Hessischen Immobilienmanagements. Verpflichtungen wie die Sicherung eines solchen Hauses vor Einsturz oder Ähnlichem bleiben bei den örtlichen Behörden – also den Städten und Gemeinden, in denen solche Immobilien stehen, berichtet Gunzenhauser.

Grundsätzlich kann sich jeder ein Grundstück, das ohne Eigentümer ist, aneignen, heißt es beim Treysaer Amtsgericht. Nur müsse der neue Eigentümer auch zum Beispiel die Forderungen übernehmen, die im Grundbuch eingetragen seien.

Quelle: HNA

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