Dorfmuseum Holzburg zeigt 40 Werke des Malers Volkmann – Alle aus Privatbesitz

+
Gemälde, Zeichnungen und Radierungen: Klaus Hahn (links), Vorsitzender des Vereins Dorfmuseum, und Kunstsammler Johannes Prinz haben die Ausstellung vorbereitet.

Holzburg. Hans Richard von Volkmann war einer der bedeutendsten Vertreter der Karlsruher Landschaftsmalerei. Doch auch in Hessen hat der 1860 in Halle geborene Künstler seine Spuren hinterlassen:

Über viele Jahre hinweg besuchte er Willingshausen, war später Mitglied der Malerkolonie um Lins und Bantzer. Ab dem kommenden Wochenende zeigt der Verein Schwälmer Dorfmuseum Holzburg insgesamt 40 seiner Werke, alle aus Privatbesitz. Zusammen gestellt hat die Ausstellung Kunstsammler Johannes Prinz aus Ziegenhain.

Schon früh habe sich Volkmanns künstlerisches Talent gezeigt, erklärt Prinz: „Mit 14 Jahren durchstreifte er mit Bleistift und Farbkasten die heimischen Gefilde. Davon zeugen mehr als 100 Aquarelle im hallischen Staatsarchiv.“ Der Vater, ein berühmter Chirurg, verlangte zwar das Abitur, ließ seinen Sohn jedoch danach die Düsseldorfer Akademie besuchen. Später wurde er Meisterschüler bei Gustav Schönleber in Karlsruhe. Ab 1892 arbeitete Volkmann als selbständiger Künstler. Dabei war er nicht nur Kunstmaler, sondern auch Grafiker. Volkmann schuf zahlreiche Radierungen, farbige Steindrucke und Buchillustrationen.

Ab 1883 in der Schwalm

Dennoch hing sein Herz an der Landschaftsmalerei: „Die Natur in ihren charakteristischen Details zu erfassen, ohne aber kleinlich in ihrer Wiedergabe zu werden, waren wichtige Gestaltungsprinzipien, die Schönleber seinem Schüler gelehrt hatte“, erläutert Prinz. Früh entdeckte er die Vorzüge der Schwalm. Bereits 1883, noch als Akademieschüler, kam Volkmann nach Willingshausen. Von 1907 bis 1910 lebte er sogar mit seiner Familie im Malerdorf. Zuletzt arbeitete Volkmann von 1924 bis 1926 in Willingshausen.

Seine Begabung der Landschaftsmalerei war jedoch keine einseitige. „Er wusste auch den Menschen in vorzüglichen Zeichnungen darzustellen“, sagt Prinz. Ausgezeichnete Bildniszeichnungen von Freunden finden sich im Album des Malerstübchens. Auf dessen Tür verewigte Volkmann eine Merzhäuser Landschaft.

Unter den Malern war der Wahl-Karlsruher beliebt. Man beschreibt ihn als Meister des schlagfertigen Humors. Auch als Lehrer machte sich Volkmann unter den Willingshäuser Malschülern einen Namen. 1927 starb der Maler in Halle.

Der Vorsitzende des Vereins Dorfmuseum Klaus Hahn ist stolz, mit Johannes Prinz einen Kenner mit entsprechenden Kontakten gefunden zu haben. Zu sehen sind die Werke an den kommenden vier Sonntagen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

Kommentare