In Wolfhagen

Sanierung von Brücke aus dem 18. Jahrhundert: Handarbeit ist gefragt

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Fingerspitzengefühl gefragt: Baggerführer Stefan Henning räumt vorsichtig Asphalt und Erde vom Brückenbauwerk . Sein Kollege Detlef Matzkeit legt derweil die Innenseite einer Flügelwand frei.

Wolfhagen. Handarbeit ist derzeit angesagt auf der Baustelle in Wolfhagen zwischen Schützeberger Straße und Elmarshausen.

Unmittelbar hinter der Esso-Tankstelle hat Stefan Henning mit dem Bagger die Asphaltpiste der Kreisstraße 94 über der alten Gewölbebrücke abgeräumt und die Sandsteinkonstruktion grob freigelegt.

Nun räumen er und sein Kollege Detlef Matzkeit mit Schaufeln die restliche Erde von den Steinen.

„Man muss darauf achten, dass die tragenden Steine nicht beschädigt werden, sonst bricht die Brücke in sich zusammen.“

Mit Muskelkraft und Schippe: Stefan Henning (links) und Detlef Matzkeit befreien den Gewölberücken der Brücke in Handarbeit von Erdresten.

Vorsicht ist angesagt. „Man muss darauf achten, dass die tragenden Steine nicht beschädigt werden“, sagt Matzkeit, „sonst bricht die Brücke in sich zusammen“. Und genau das will man vermeiden, schließlich ist das Bauwerk aus dem Jahr 1746 ein ganz besonderes Exemplar, ein wertvolles, das es zu erhalten gilt. Rund 270 000 Euro lässt sich der Landkreis als Bauherr die Sanierung kosten. Ein einfacher Neubau über das Mühlenwasser wäre unterm Strich wohl günstiger und auch schneller machbar. So geht der Landkreis von einer Bauzeit von drei Monaten aus. Dabei hat man mit der Sanierung während der Vollsperrung der Straße die flotteste Variante gewählt. Im September, informiert Kreissprecher Harald Kühlborn, soll die Straße wieder freigegeben werden.

Jetzt also werden Gewölberücken und Sockel der Flügelwände erstmal freigelegt, „um die Konturen zu ermitteln und zu klären wie die Brücke unter der Straße aussieht“, wie Stefan Henning sagt. Und um festzustellen, wie gravierend die Schäden an der Konstruktion sind.

Sehr schlechter Zustand

Dass die Brücke in einem sehr schlechten Zustand ist, daran bestand schon seit Längerem kein Zweifel. Der Mörtel bröckelte aus den Fugen und auch aus dem Gewölbe waren bereits Steine herausgefallen. Deshalb war die Kreisstraße zwischen Elmarshausen und Wolfhagen auch nur noch mit Einschränkungen befahrbar. Fahrzeuge mit einem Gewicht von mehr als neun Tonnen durften nicht mehr auf die Strecke.

Verstärkung aus Beton

Damit künftig wieder eine höhere Tragfähigkeit erreicht wird, soll der Gewölberücken mit Beton verstärkt werden. Die Fahrbahn erhält eine Abdeckschicht aus Gussasphalt. Wie Kreissprecher Kühlborn weiter mitteilt, werden die Brückenkappen neu betoniert und als Absturzsicherung neue Stahlgeländer angebracht.

Zwei Brücken bereits saniert

Die Brücke über das Mühlenwasser ist nicht die erste, die im Bereich der Kreisstraße 94 saniert wird. Bereits 2014 waren die Überführungen der Erpe und des Mühlengrabens an der Reihe. Und es wird, wie Landrat Uwe Schmidt bestätigt, weitere Brückenbauarbeiten an der Kreisstraße zum Wasserschloss Elmarshausen geben. „In einem dritten Bauabschnitt werden wir auch noch die Brücke über die Duse sanieren“, kündigt Schmidt an.

Hier seien aber noch planerische Abstimmungen mit Hessen Mobil nötig. Der Landrat geht daher von einem Baubeginn im Frühjahr 2017 aus.

Quelle: HNA

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