In Treysa erinnerten sich Hessentagspaare an ihre Erlebnisse als Repräsentanten

Handkuss von Elton John

Fototermin am Brunnen: Die Hessentagspaare aus Lauterbach, Fulda, Homberg, Herborn, Schwalmstadt und Oberursel wurden von Bürgermeister Dr. Gerald Näser und Altbürgermeister Wilhelm Kröll empfangen. Foto: Rose

Treysa. Sie sind Teil der Geschichte. Und doch können sie alle auch ihre eigenen Geschichten erzählen - die Hessentagspärchen. 1971 gab es die ersten Vertreter, die das Fest der Hessen repräsentierten. Nicht ganz so lang, aber immerhin seit den 2000er-Jahren kümmert sich Erhard Blatt von der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden um die Paare. Denn nach einem zehntägigen Hessentag ist eben noch längst nicht alles vorbei. Am Samstag fand das Treffen in Treysa statt.

Der „Verein der Hessentagspaare“ bringt die Repräsentanten mehrmals im Jahr wieder zusammen, im Frühjahr und Herbst lädt Gründer Blatt zu Festen, Rundgängen und gemütlichen Runden ein. In Tracht oder den entsprechenden Gewändern trafen die Paare oder Teile der Paare auf dem Marktplatz in Treysa ein, wo sie vom aktuellen Bürgermeister Dr. Gerald Näser und seinem Vorgänger Wilhelm Kröll willkommen geheißen wurden. Aus Lauterbach, Fulda, Homberg, Herborn und Oberursel waren die Repräsentanten des Volksfestes in die Schwalm gereist.

Mit Gulaschsuppe

Herzlich ging es zu beim Fototermin am Brunnen und dem anschließenden Empfang im Rathaus. Bei Getränken und Gulaschsuppe wurden vor allem Anekdoten vom Hessentag in Schwalmstadt 1995 zum Besten gegeben. „Ich würde es jederzeit wieder machen, die Zeit war unvergesslich“, erzählt Alexandra Ries, Teil des Schwalmstädter Pärchens.

Wie unvergesslich die Eindrücke waren, bewiesen auch die Erzählungen Krölls, der im Oktober 1994 „nichtsahnend, was da kommen würde“ sein Amt angetreten hatte. Ein Mitarbeiter der Staatskanzlei habe in der Vorbereitungszeit beim ihm angerufen und ihn gefragt, ob er sich vorstellen könne „Rock over Germany“ auf dem Segelfluggelände zu veranstalten. Woraufhin der Rathauschef antwortete: „Vorstellen kann ich mir alles.“ Und dann war es Konzertveranstalter Fritz Rau, der die ganz Großen nach Ziegenhain holte. Deren Wünsche hätten die Verwaltung damals vor erhebliche Probleme gestellt: „Elton John wollte einen Ganzkörperspiegel, den haben wir dann im nächsten Klamottenladen aufgetrieben.“

Alexandra Ries wurde für eine Vertragsunterzeichnung mit Rod Stewart sogar extra aus dem Frankreich-Urlaub geholt: „Mein Vater fuhr mich vom Campingplatz zum Flughafen, in Frankfurt angekommen ging es erst nach Treysa, um die Tracht zu holen und dann wieder zurück nach Frankfurt, um bei der Unterzeichnung dabei zu sein.“ Dafür revanchierte sich Sir Elton standesgemäß und adelte die damals 20-Jährige mit einem Handkuss.

Fest für Mittelzentren

All diese Anekdoten gehörten zum Tag der Hessen, der auch bei den Menschen viele Eindrücke hinterlasse, ist Blatt überzeugt. „Man darf das Fest jedoch nicht auspowern“, findet Kröll. Der Hessentag gehöre dort vor allem in Mittelzentren und kleinere Städte. „Und da sollte es letztlich nicht ausschließlich um die Zahl der Besucher gehen, sondern um die Qualität, die geboten wird.“ Darin waren sich auch die Paare einig, die sich im Anschluss in schmucker Kleidung von Inge Schneider-Scholz durch die Stadt leiten und den Tag bei Kaffee und Kuchen ausklingen ließen.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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