Volle Auftragsbücher, doch die Qualität der Auszubildenden lässt Wünsche offen

Im Handwerk läuft es gut

Optimismus: Der neue Vorstand der Kreishandwerkerschaft blickt zuversichtlich in die Zukunft. Von links Hans-Jürgen Pietsch, Horst Wagner, verabschiedet wurde Klaus Günther, Heinrich Gringel, Kreishandwerksmeister Frank Dittmar, stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Bax und Jürgen Schenk sowie Geschäftsführer Jürgen Altenhof. Foto: nh

Schwalm-Eder. Die Auftragsbücher vieler Handwerker sind prall gefüllt. Der gute Trend des vergangenen Jahres setzt sich fort. „2011 wird ein Handwerkerjahr“, ist sich Kreishandwerksmeister Frank Dittmar (Guxhagen) sicher.

Bei diesem Trend kämen den Handwerkern nicht nur die guten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, sondern auch das Verbraucherverhalten entgegen, sagte Dittmar während der Versammlung der Obermeister der Kreishandwerkerschaft in Homberg.

Mehrere Gründe spielten bei der positiven Bewertung eine Rolle. So stehe die Investition in die eigene Immobilie bei vielen Menschen im Vordergrund. Unverkennbar auch der Trend zur energetischen Gebäudesanierung und zum Energiesparen. Darüber hinaus seien Nachhaltigkeit, Lebensqualität und Wertbeständigkeit gefragt.

Chancen für das Handwerk

Besonders Tischler, Elektriker, Maler- und Lackierer, Dachdecker, Zimmerer, Anlagenmechaniker profitierten von der Entwicklung. Diese Einschätzung finde sich im Konjunkturbericht der Handwerkskammer Kassel und werde von den Obermeistern bestätigt.

Diese hatten während der Versammlung einen Überblick über die Entwicklung in den jeweiligen Innungen abgegeben. Trotz der guten Stimmung und der erfreulichen Auftragslage blieben gute Auszubildende und Fachkräfte rar. Deshalb möchte die Kreishandwerkerschaft noch mehr Impulse setzen und Möglichkeiten im Handwerk aufzeigen.

Nicht zufrieden zeigten sich die Handwerksbetriebe mit den Ausbildungszahlen im vergangenen Jahr. Im Schwalm-Eder-Kreis lernten 1104 junge Menschen im Handwerk. Abermals gab es im vergangenen Jahr mehr Angebote für freie Lehrstellen als qualifizierte Nachfrage. „Wir wollen den jungen Menschen eine Chance geben, weil wir Fachleute brauchen“, sagte Kreishandwerksmeister Dittmar. Dabei würden die Chancen in der mittelständischen Wirtschaft häufig unterschätzt, weil die Betriebe nicht im Fokus der Medien stünden.

Bedingung für den Einstieg ins Handwerk seien jedoch schulische Mindestvoraussetzungen, die ein Bewerber erfüllen müsse um die Gesellenprüfung zu bestehen, sagte Dittmar. Besonders in technischen Berufen habe sich viel getan. Berufe wie Elektroniker und Mechatroniker seien ohne Realschulabschluss kaum mehr zu ergreifen. Dennoch hätten auch Hauptschüler in vielen Handwerksberufen eine Chance auf einen Ausbildungsplatz. Dabei helfe der Ferienjob oder das Praktikum dem Handwerksmeister und dem Lehrling gleichermaßen, den richtigen Beruf oder den richtigen Lehrling zu bekommen, sagte Dittmar. (ras)

Quelle: HNA

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