Hanfplantage löste Feuer aus: Zerstörtes Haus wird wieder aufgebaut

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Voll ausgelastet: Heinz Drebes will die zerstörten Räume des Brandhauses innerhalb der nächsten acht Wochen wieder bewohnbar machen. Dafür arbeitet er Tag und Nacht auf der Baustelle. 

Wolfhagen. Der Unternehmer steht im ersten Stock des Hauses seiner Lebensgefährtin Alexandra Mehl, das vor gut sechs Wochen in Flammen stand. Viele Räume wurden bis auf die Grundmauern zerstört. Alles verbrannte, nichts blieb vom Feuer verschont. Jetzt wird Tag und Nacht am Wiederaufbau gearbeitet.

„Es muss weitergehen. Wir bauen alles wieder auf“, so der 51-Jährige, der optimistisch in die Zukunft blickt und fleißig daran arbeitet, die vier Wohnungen wieder in einen bewohnbaren Zustand zu versetzen.

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Vor seinem geistigen Auge erscheint ihm immer wieder das Bild der reißenden Flammen, die sich ihren Weg aus den Fenstern der vermieteten Erdgeschosswohnung in der Schützenberger Straße suchen. Henz Drebes erinnert sich: „Ich war mit den Mietern draußen in Sicherheit, dann hat es kurz gerappelt, die Scheiben sind zersprungen und schon schossen Flammen aus den Fenstern.“

Losgelassen haben ihn die Gedanken an diese Katastrophe nicht. Das war bislang auch nicht möglich. Schließlich arbeitet er seit dem Tag nach dem Brand in den Trümmern des Hauses am Neuaufbau. „In acht Wochen wollen wir die Zimmer wieder alle vermieten“, formuliert der Gas- und Wasserinstallateur ein optimistisches Ziel. Am Tag nach dem Brand habe das Gerüst am Haus gestanden und sofort sei mit der Planung begonnen worden. „Fußböden, Deckenbalken, Elekroanlagen, Heizungen“, die Aufzählung der notwendigen Sanierungen könnte Drebes noch ewig fortführen. Er müsse das ganze Haus erneuern, „mit allem drum und dran. Alles war vermüllt, verbrannt und verrußt“, sagt er.

Während ein Mieter fleißig beim Neuaufbau hilft und seine alte Wohnung später wieder beziehen wird, haben sich zwei weitere Mieter - darunter auch der 33-jährige Betreiber der Drogenplantage - seit dem Unglück nicht bei Drebes oder Hausbesitzerin Andrea Mehl gemeldet. „Vom Verursacher kam noch kein einziger Ton. Auch bei dem Bewohner, dessen Tiere in den Flammen gestorben sind, hat er sich nicht entschuldigt.“

Archiv-Video vom Brand

Die Gesamtkosten mussten bisher zu einem Großteil selbst getragen werden. „Ich habe Kostenvoranschläge eingereicht, aber bisher wurde nur ein kleiner Prozentteil von der Versicherung übernommen.“ Demnächst stehen aber noch wichtige Gespräche an, sagt er und hofft, dass die Ausgaben danach gedeckt sind. „Ansonsten wird sich mein Freund Christopher Posch der Sache annehmen“, verweist der 51-Jährige auf die mögliche Unterstützung des prominenten Kasseler Rechtsanwalts und TV-Darstellers.

Hintergrund

Am Nachmittag des 10. Dezember brannte in der Schützenberger Straße ein Fachwerkhaus. Ausgelöst wurde der Brand durch einen technischen Defekt, da ein Mieter mehrere Hochleistungslampen, Ventilatoren und Heizlüfter an das Stromnetz des Fachwerkhauses angeschlossen hatte und dieses überlastete. Der Bewohner betrieb eine Hanfplantage. Vier Wohnungen wurden zerstört und ein Schaden von rund 150.000 Euro ermittelt. Zudem starben ein Hund und zwei Katzen in den Flammen. (nic)

Archivbilder vom Brand

Feuerwehreinsatz an Schützeberger Straße in Wolfhagen

Von Nico Beck

Quelle: HNA

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