Hans Heintel ist tot: „Als Zeitungsmann eine Institution“

Hans Heintel

Fritzlar. Die provisorische Beratungsstelle für Probleme aller Art im Gama-Altenheim im Fritzlarer Nordfeld ist geschlossen: Hans Heintel, langjähriger HNA-Redaktionsleiter in Fritzlar und Ansprechpartner für seine Mitbewohner, ist im 91. Lebensjahr gestorben.

Seine letzten Lebensjahre verbrachte Heintel in dem Seniorenheim, die Jahrzehnte zuvor war er aus dem Stadtbild Fritzlars kaum wegzudenken. Sein Wirken betraf viele Bereiche, aber prägend war immer die journalistische Arbeit für seine Zeitung. „In Fritzlar ist er als Zeitungsmann eine Institution gewesen“, schrieb sein Nachfolger Reinhard Berger, inzwischen selbst in Altersteilzeit.

Dabei verlor er nie die Distanz. Einer von Heintels Lieblingssprüche lautete: „Es hat in der Zeitung gestanden, es könnte wahr sein“, sein Lieblingsmöbel war das Stehpult, weil er´s im Kreuz hatte und nicht sitzen konnte. Zum Abschied im Jahr 1982 bekam er vom Verlag das Stehpult mit nach Hause.

Hans Heintel wurde am 21. Januar 1922 im damaligen Sudetenland geboren, kam nach dem Krieg nach Nordhessen, war ab 1947 Lokalredakteur und leitete schließlich die HNA-Redaktion in Fritzlar bis zum Ruhestand.

Etliche journalistische Karrieren begannen unter seiner Ägide: HNA-Chefredakteur Horst Seidenfaden und HR-Intendant Dr. Helmut Reitze etwa lernten als Volontäre in Heintels Fritzlarer Redaktion die Grundlagen ihres Berufs.

Heintel engagierte sich über seine Arbeit hinaus besonders für das Fritzlarer Museum, rief es 1956 mit einigen Freunden im Hochzeitshaus erst ins Leben, ebenso Museumsverein und Stiftung. Für sein Engagement wurde er unter anderem mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet.

Diese Ehrung war auch sein Lieblingsärgernis: Er regte sich zu Recht darüber auf, dass er für seine jahrzehntelangen ehrenamtlichen Leistungen nicht das Bundesverdienstkreuz bekam, sondern nur die Verdienstmedaille.

Urquell mit Sekt

Reinhard Berger erinnert sich an weitere Vorlieben des Mannes mit Hut: Sein Lieblingsgetränk war Pilsener Ur-Quell, gemischt mit Faber-Sekt, seine Lieblingskleidungsstücke Hosenträger und einfarbige Krawatte. Und in Urlaub fuhr er nur nach Norwegen, wo seine vor Jahren verstorbene Frau herkam.

Seine Kinder, Enkel und Urenkel, viele Freunde, Kollegen und Mitstreiter werden sich von Hans Heintel bei der Beisetzung verabschieden: Dienstag, 3. Juli, 14.30 Uhr, neuer Friedhof in Fritzlar. (ula)

Quelle: HNA

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