Fritzlarer Stadtverordnete brachten Doppelhaushalt einstimmig auf den Weg

Harmonie in der Debatte

Mehr Platz: In Fritzlar sollen bis zu 13 Stellplätze für Wohnmobile eingerichtet werden, voraussichtlich im Bereich des Grauen Turms. Mehrere Varianten sind im Gespräch. Vor einer Entscheidung soll es noch einen Ortstermin und Gespräche mit Wohnmobilisten geben. Foto: Bassing

Fritzlar. Es war eine harmonische Sitzung der Fritzlarer Stadtverordneten, diese letzte der Legislaturperiode. Einmütig verabschiedeten sie am Donnerstagabend den Doppelhaushalt der Stadt für die Jahre 2011 und 2012.

„Ein doppelter Haushalt verdient doppelten Dank, aber keine doppelte Redezeit“, erklärte Günter Faupel (CDU). Er ärgere sich über die Banker, die die Finanzkrise zu verantworten hätten, aber auch über die Politik, die den Finanzmarkt nicht in den Griff bekomme. Unter dieser Krise hätten auch die Gemeinden sehr gelitten.

Faupel: Bescheiden investiert

Trotz defizitärer Haushalte (-500 000 Euro im Jahr 2011 und -400 000 Euro für 2012), an die Fritzlar nicht gewöhnt sei, sah Faupel die Stadt auf einem guten Weg. Das Haushaltssicherungskonzept greife, verlange den Fritzlarern aber auch einiges ab, etwa höherer Grundsteuern.

Die geplanten Investitionen seien bescheiden, darunter Geld für die Flehmengasse in Fritzlar und die Gudensberger Straße in Lohne, den Digitalfunk für die Feuerwehren und die Erneuerung der Ederbrücke.

Sollte sich die Finanzlage der Gemeinden in den kommenden Jahren tatsächlich verbessern, stehe die Stadt gut da, weil sie viele Pflichtaufgaben bereits erledigt habe. Faupel: „Wir können uns dann der Kür zuwenden.“ Als Beispiele nannte er den Marktplatz und das Regionalmuseum.

Lob für die gute Atmosphäre im Stadtparlament kam von Arnold Kolkhorst (SPD). Er sei – mit Unterbrechung – seit 1977 Stadtverordneter, habe aber noch nie eine so konstruktive Haushaltsplanung erlebt: „Und das vier Wochen vor der Wahl!“ Kolkhorst bescheinigte der Stadt, sie habe nicht über ihre Verhältnisse gelebt.

Willi Dubielzig (FWG) pflichtete ihm in seiner letzten Sitzung als Stadtverordneter bei: „Wir gehen in Fritzlar den richtigen Weg.“ Die FWG hatte mangels Nachwuchs in Fritzlar angekündigt, nicht wieder zur Wahl anzutreten.

Für die Grünen lobte Peter Kuttelwascher die SPD. Diese habe damals der Erhöhung der Grundsteuern zugestimmt und somit als Opposition nicht den bequemen Weg gewählt. Das sei ein Beispiel für die konstruktive Atmosphäre.

Schon jetzt werde an vielen Stellen gespart, sagte Kuttelwascher. So brauche das Rathaus eigentlich neue Fenster, dies werde aber verschoben, wie viele andere Dinge auch.

Weniger Schulden

Die Schulden der Stadt Fritzlar werden laut Haushaltsplan in den kommenden Jahren vermindert, von zurzeit 16,59 Millionen auf 15,6 Millionen Euro bis Ende 2012. Die Stadtverordneten stimmten dem Zahlenwerk einstimmig zu.

Von Olaf Dellit

Quelle: HNA

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