Harry Geier bleibt auch mit 80 auf der Bahn

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Immer noch unterwegs: Harry Geier feiert heute seinen 80. Geburtstag und startet im März bei den Senioren-Hallen-Europameisterschaften in Ancona.

Melsungen. Harry Geier ist ein erfolgreicher Sportler. Und das, obwohl er am heutigen Montag, 9. November, 80 Jahre alt wird.

Zwei Dutzend Plaketten und Meisterwimpel hat er bei nationalen und internationalen Senioren-Meisterschaften der Leichtathleten gewonnen. Damit zählt er zu den erfolgreichsten Alterssportlern in Hessen. Am heutigen Montag, 9. November, wird Harry Geier von der MT Melsungen 80 Jahre alt.

Harry Geier hat ein großes Vorbild: Udo Jürgens und das in jeder Beziehung. Auch bei den DLV-Titelkämpfen im sächsischen Zittau, wo Geier als Sieger über 200 Meter die Ziellinie überquerte, ging ihm der Song des österreichischen Entertainers - Mit 66 Jahren - durch den Kopf. Hatte er dort seine achte deutsche Senioren-Meisterschaft gewonnen.

Zum Sport hat der in Karlsbad Geborene erst im Mittelalter seines Lebens gefunden. Am Anfang war er Marathonläufer. Fünf hat er absolviert. Den schnellsten in 2:58:50 Stunden. „Mein Beruf als Juwelier hinderte mich am Besuch fester Übungsstunden“, sagt Geier.

Doch seine Mühen lohnten sich. Zu Beginn der 80er-Jahre stellten sich erste Erfolge ein. Die Hessische Senioren-Meisterschaft 1983 im Waldstadion in Melsungen wurde zum Schlüsselerlebnis. Der erste Versuch über 400 Meter: Platz vier. Von da an ging es stetig bergauf. Bis in die nationale Spitze der Senioren. Internationale Erfolge mit eingeschlossen wie die Siege mit der deutschen 4 x 400-Meter-Staffel bei der Senioren-Weltmeisterschaft 1991 in Turku/Finnland und 2001 in Brisbane/Australien.

Weitere Titel folgten mit dem Sieg bei der Senioren-Hallen-Weltmeisterschaft 2006 in Linz/Österreich über 400 Meter der M 70 als Höhepunkt. Selbst nach einer schweren Erkrankung fand Geier auf die Tartanbahn zurück und verbesserte erst im August dieses Jahres den deutschen Senioren-Rekord seiner Altersklasse über 400 Meter.

Von Ruhestand will der Jubilar nichts wissen. „Der Sport hat mein Leben bereichert. Ich habe Freunde gefunden und fremde Kontinente kennen gelernt“, begründet er seinen Tatendrang. Und: „Der Sport hat mich gelehrt, dass anstrengen sich lohnt.“

Die Senioren-Hallen-Europameisterschaft Ende März 2016 in Ancona/Italien ist das nächste große Ziel. Dafür trainiert er drei Mal in der Woche. Frei nach dem Motto von Udo Jürgens „Mit 80 ist nach lange nicht Schluss“. (zct)

Quelle: HNA

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