Prozessfortsetzung: Gefängnisstrafe für 22-jährigen Algerier wegen Drogenhandels

Haschisch an Minderjährige

Treysa. Ins Gefängnis muss ein ehemaliger Bewohner des Asylbewerberheims am Harthberg in Treysa. Jetzt fand die Fortsetzung des Prozesses gegen den 22-jährigen Algerier vor dem Amtsgericht in Treysa statt.

Nach einer umfangreichen, zwei Tage dauernden Beweisaufnahme fiel das Urteil. Wegen Drogenhandels in 33 Fällen, Sachbeschädigung, Diebstahls und Verstoßes gegen das Asylverfahrensgesetz verurteilte das Gericht den 22-Jährigen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zwei Jahren und neun Monaten.

Während des ersten Hauptverhandlungstermines hatte der Angeklagte bestritten, mit Betäubungsmitteln gehandelt zu haben. Von den damals elf geladenen Zeugen waren nur sechs vor Gericht erschienen. Von diesen war der 22-Jährige als Drogendealer erkannt worden. (Wir berichteten.)

Während der Fortsetzung der Verhandlung am Rosenmontag präsentierte sich der Angeklagte kooperativer. Er entschuldigte sich für sein Verhalten und ließ durch seinen Anwalt verlauten, er habe Angst, nicht zuletzt auch durch die Einwirkung der Untersuchungshaft.

Für Essen und Kleidung

Mit Drogen gehandelt habe er, um sich Geld für Essen und Kleidung zu beschaffen, berichtete der 22-Jährige. Die Sachbeschädigung eines Fahrzeuges und den Verstoß gegen die Aufenthaltsbeschränkung hatte er bereits eingeräumt. Zweifel bestünden im Falle des Tabakdiebstahles, erklärte der Anwalt des Angeklagten.

Belastend wirkte sich in acht Fällen der Verkauf von Haschisch an Minderjährige aus.

Drei Jugendliche im Alter von 15 und 17 Jahren berichteten, sich zum Drogenkauf gemeinsam auf das Gelände des Wohnheims am Harthberg begeben zu haben.

Konkret belastet wurde der Angeklagte durch die Zeugenaussage eines 17-Jährigen. Dieser gab an, von Januar bis Mai 2011 etwa zehn Mal ein bis zwei Gramm Haschisch zu fünf bis sieben Euro vom Angeklagten gekauft zu haben. „Er wusste, wie alt ich bin“, sagte der 17-Jährige. Der Angeklagte habe ihn gefragt und er habe geantwortet.

Der 22-jährige Algerier war einer der Verdächtigen, die im September vergangenen Jahres bei einer Großrazzia im Asylbewerberheim am Harthberg festgenommen worden waren. In einer Reihe von Verurteilten ist er der erste Drogendealer, dem der Handel mit Minderjährigen nachgewiesen wurde.

Von Gefängnis zu Gefängnis

Der Haftbefehl gegen den 22-Jährigen wurde aufrecht erhalten. Aufgrund von Zweifeln hinsichtlich der Angaben zu seinem Alter war ein Gutachten erstellt worden.

Laut dessen war der Angeklagte zur Tatzeit 21 Jahre und älter. Er wurde nach dem allgemeinen Strafrecht verurteilt. Von der Untersuchungshaft in der Justizvollzugsanstalt Rockenberg, in der jugendliche Straftäter untergebracht sind, wird er an die JVA Gießen überstellt.

Von Kerstin Heist

Quelle: HNA

Kommentare