Auch Hunde können sich anstecken

Hasenpest alarmiert Jägerschaft im Wolfhager Land

Schlechte Zeiten für Langohren: Im Altkreis Wolfhagen gibt es immer weniger Hasen. Den wenigen, die noch da sind, droht jetzt die Hasenpest. Foto: Archiv

Wolfhager Land. Nachdem die Hasenpest im benachbarten Nordrhein Westfalen nachgewiesen wurde, sind auch die Jäger im Altkreis Wolfhagen in Alarmbereitschaft.

„Bislang liegt allerdings noch kein nachgewiesener Fall im Landkreis Kassel vor“, erklärt Gundula Utzinger vom Veterinäramt des Landkreises Kassel. Doch sei Vorsicht geboten, denn die durch Bakterien hervorgerufene Krankheit ist auch auf Menschen übertragbar. „Wenn jemand einen offensichtlich kranken oder verendeten Hasen findet, so sollte er ihn nicht ohne Handschuhe anfassen“. Ansprechpartner ist die Polizei beziehungsweise der zuständige Jagdpächter, der das betroffene Tier fachgerecht einsammle und untersuchen lasse.

Die Tularämie ist eine meldepflichtige Erkrankung. Beim Menschen treten Symptome wie Fieber, Muskelschmerzen, Geschwüre auf der Haut oder in der Mundhöhle sowie Lymphknotenschwellungen auf. Gelegentlich kommen auch untypische Krankheitszeichen wie Durchfall oder Husten hinzu. Wer wegen dieser Symptome zum Arzt geht und Kontakt mit Tieren hatte, sollte den Arzt unbedingt darauf hinweisen. Die Krankheit kann in verschiedenen Formen auf den Menschen übertragen werden. Unbehandelt kann sie lebensgefährlich enden. Auch Hunde können sich anstecken.

Anders als bei der Staupe, bei der sich ein Seuchenzug durch das Wolfhager Land bewegte, glaubt Britta Hartmann-Barth, Vorsitzende vom Kreisjagdverein, bei der Hasenpest nicht an eine ähnlich große Ausbreitung. Der Grund dafür ist traurig: Die Hasenpopulation gehe seit vielen Jahren im Wolfhager Land massiv zurück. Dadurch könne es sogar zu einer Unterbrechung des Seuchenzuges kommen. Durch die intensive Landwirtschaft finde der Hase nicht mehr ausreichend Nahrung.

Anders als bei der Staupe, wo Spaziergänger quasi über die kranken Tiere stolperten, verlaufe die Hasenpest unspektakulärer. Der Hase sei ein Meister der Tarnung und verstecke sich meist zum Sterben.

„Dass nun auch noch die Hasenpest die Tiere bedroht, tut uns leid, weil es ohnehin nur noch so wenige gibt“, sagt Hartmann-Barth. Von Seiten der Jägerschaft habe man die Bejagung des Hasen stark eingeschränkt.

Von Bea Ricken

Quelle: HNA

Kommentare