Kneipenfestival wurde zum musikalischen Straßenfest

Liebt die kleine Bühne: Ex-DSDS-Star Tobias Regner überzeugte mit kernigem Singer-/Songwriter-Pop vor dem Café Kaethi.

Wolfhagen. Fast fühlt es sich an wie ein lauer Sommerabend irgendwo in einem spanischen Küstenstädtchen. Die Temperaturen sind angenehm, und aus allen Ecken strömen Menschen auf die Straßen, um eine fröhliche Fiesta zu feiern.

Das Wolfhager Kneipenfestival am Samstagabend hat tatsächlich einiges von den südländischen Festen, und es ist nicht nur die am Kulturladen gereichte Paella samt erfrischendem Sangria. Vielmehr ist es die Spontanität, mit der die Veranstalter kurzerhand aus dem Kneipen- ein Straßenfest gemacht haben.

Sechs der sieben Bühnen stehen unter freiem Himmel, da macht der musikalische Streifzug durch die Altstadt doppelt so viel Spaß. Ein rotes Bändchen ums Handgelenk gebunden und ab geht’s in die musikalische Sommernacht. Die hat viel zu bieten, von ruhigem Singer-/Songwriter-Pop über feinen Soul bis hin zum fetzigem Rock’n’Roll. Den liefert Fifty/51 im Innenhof des Cinemas, wo es bei Hits aus den 50ern ordentlich swingt, groovt und rollt. Nicht ganz so alt sind die Titel von Benrix wenige Meter entfernt vor dem Restaurant Kreta, die frischesten aber sind sie auch nicht. Gut so, denn die Rock- und Popklassiker von Künstlern wie Pink Floyd, Bob Dylan oder Prince laden zum Träumen ein.

Fernab von DSDS

Dass Träume in Erfüllung gehen und wenig später wieder platzen können, das weiß Tobias Regner, der vor dem Café Kaethi auf der Bühne steht. Er hatte einst vom Leben als Superstar geträumt und es nach seinem Sieg bei Dieter Bohlens DSDS auch gelebt. Er hatte sich seinen Traum aber anders vorgestellt, kehrte den großen Bühnen den Rücken und entschied sich, fortan sein eigenes Ding fernab der DSDS-Maschinerie zu machen. Gute Entscheidung, anders wäre Wolfhagen wohl kaum in den Genuss gekommen, bereits zum zweiten Mal seinen erdigen Singer-/Songwriter-Pop zu erleben.

Die große Karriere noch vor sich hat das Duo Berge aus Berlin. Den Plattenvertrag in der Tasche, den erste Silberling produziert, stehen nun alle Zeiger auf Erfolg. Bleibt zu hoffen, dass Marianne Neumann und Rocco Horn auch nach den ersten Charterfolgen die erfrischende Leichtigkeit behalten, mit der sie vor dem Kulturladen ihr Wolfhager Publikum verzaubern.

Gitarrenzaubereien

Die treibenden Grooves des Blake Reds Jive Club wirbeln währenddessen durch die Abendluft und locken in Fuchsens Café & Co, Ömes Theis entführt parallel im Burgkeller mit Songs von den Beatles und Stones bis Van Morrisson in die Zeiten des Good Old Rock’n’Roll. Fehlt nur noch ein wenig Soul, um das Musikpaket fertig zu schnüren. Den liefert im Hof der Gaststätte Zur Knackenburg N-Gin mit filigranen Gitarrenzaubereien, starken Keyboardsounds, Drumgrooves und der Gänsehautstimme von Frontmann Gino Di Grazia.

Quelle: HNA

Kommentare