Fertigstellung bis Ende Februar geplant

Hauptarbeiten am Wallgraben in Ziegenhain starten

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Ziegenhain. Die Testphase der Kampfmittelräumung im Wallgraben in Ziegenhain ist nach mehr als sechs Monaten beendet. Jetzt beginnt die eigentliche Beseitigung der Altlasten aus dem Zweiten Weltkrieg.

Das bestätigte auf Anfrage das Justizministerium.

Erste sichtbare Zeichen für den Start der Hauptarbeiten sind die Abschottungen mit Trennvliesen im Großen sowie im Kleinen Wallgraben.

Noch in dieser Woche soll ein Landschaftsbauunternehmen beginnen, die Uferbereiche in den ersten Abschnitten freizuschneiden. Planungen sehen vor, dass diese Arbeiten bis Ende Februar abgeschlossen sind. In der ersten Dezemberhälfte soll außerdem die Elektrobefischung in beiden Wallgräben stattfinden. Denn die Räumung kann nur in fischfreien Arealen stattfinden. Mit Hilfe elektrischen Stroms werden die Fische in andere Bereiche getrieben, erklärt Ministeriumssprecher René Brosius.

Wie bereits in dem Testfeld erprobt, soll ein Bagger mit einem Spezialgreifer den Schlamm in dem Gewässer durchsieben. Zuvor sondieren Taucher die zu räumende Fläche kleinteilig. Gutachten und Sprengungen belegen, dass der Wallgraben Hochexplosives birgt: Granaten, Panzerminen, Panzerfäuste, Gewehre und Eierhandgranaten. In dem kleinen Testfeld im Großen Wallgraben ist es bereits während der Probearbeiten zu Funden gekommen, so das Ministerium. Entdeckt wurden neben einer Stabhandgranate noch Munition und Munitionsteile, zum Beispiel auch ein kompletter Metallkasten mit Munition.

Bis Herbst 2018 soll das 10,9-Millionen-Projekt abgeschlossen sein. Nicht einkalkuliert sind dabei witterungsbedingte Unterbrechungen wie beispielsweise das Zufrieren des Gewässers. Die Arbeiten könnten sich allerdings verkürzen, denn laut Planungen wird mit zwei Baggern zeitgleich im Großen und Kleinen Wallgraben gearbeitet werden.

Hintergrund 

Stichwort Bauschutt: Als Problem in Bezug auf den Zeitablauf und die Kosten könnten sich die im Uferbereich gefundenen Bauschuttabfälle erweisen: In einigen Bereichen des Testfelds mussten Abfälle - unter anderem Beton- und Mörtelreste sowie die Überreste eines Brandes - in größeren Mengen geborgen werden. Sie wurden laut Ministerium entsorgt und durch Natursteinmaterial ersetzt. Ungewiss ist, was in den weiteren Uferbereichen noch auftauchen wird.

Stichwort Geruch: Das Ministerium geht davon aus, dass es für die Anwohner kaum Geruchsbelastungen geben wird. Die Prognosen des Geruchsgutachtens seien bestätigt worden.

Quelle: HNA

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