Hitze, Schnee, Müdigkeit

Hauptmann berichtete beim Appell von seinem Afghanistan-Einsatz

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Fritzlar. Hauptmann Tobias Schwarz, der mit seinen Luftfahrzeugtechnikern für die Kampfhubschrauber verantwortlich war, berichtete beim Appell in einer sehr persönlichen Rede über den Afghanistan-Einsatz.

Er erlaubte es den Gästen, sich in seine dienstliche und private Situation hineinzuversetzen. Schwarz beschrieb, wie er in den ersten zehn Tagen am Hindukusch in einem 40-Mann-Zelt untergebracht wurde und ergänzte: „In den ersten Tagen war das Wetter gnädig mit uns.“

Das sollte sich jedoch schnell ändern, denn nach Schnee und Eis herrschten schnell hochsommerliche Verhältnisse. Die Müdigkeit, bedingt durch pausenloses Arbeiten, auch nachts, war ständiger Begleiter der Soldaten. Doch Schwarz sagte: „Wir wurden gebraucht; mit das schönste Gefühl, das man haben kann. Und dieses Gefühl beflügelte uns.“

Unregelmäßige Zeiten, wenig Schlaf, fehlende Infrastruktur sowie Hitze und Staub hinterließen ihre Spuren, doch es habe alles geklappt. Die Familie war fern in dieser Welt zwischen Wohncontainer, Küche, Sportzelt und Atrium. „Im Soldaten-Modus, also auf das Mindestmaß an Wohlfühl-Standards zurückgefahren und unter der Auftragsflut war die Familie teilweise so fern, dass man das Telefonieren sträflich vernachlässigte.“

In seinen Gedanken, so der Hauptmann, waren seine Frau und Kinder immer da. Und immer sei er sicher gewesen, dass zu Hause alles in Ordnung ist. „Vielleicht hatte ich Glück“, so Schwarz, „der eine oder andere dachte oft mit bedrückter Miene an zu Hause.“ Die Kinder schwer krank, der geplante Geburtstermin des Kindes rückte näher, komme ich rechtzeitig heim? Oder Trauerfälle in der Familie, wenn man 6000 Kilometer entfernt ist.

Schwarz berichtete über Wetterkatastrophen mit Schlammlawinen, die den Flugbetrieb lahm legten.

Als Schwarz wieder nach Hause kam, war sein Sohn sieben Monate alt. „Er lacht mich, nach erstem skeptischen Blick, an. Mission accomplished.“

Von Rainer Zirzow

Quelle: HNA

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