Der südhessische Komiker Bodo Bach begeisterte rund 180 Gäste in der Festhalle mit seinem Programm „Wie war ich?“

Bodo Bach: Hauptsache weit weg von daheim

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Feinstes Südhessisch: Bodo Bach ist auf seiner vierten Comedie-Tour unterwegs. Dabei machte er am Freitag Halt in Treysa.

Schwalmstadt . „Ich bin hier, um Sie zum Lachen zu bringen“, informierte Komiker Bodo Bach zu Beginn seines Programms „Wie war ich?“ die rund 180 Gäste in der Stadthalle in Treysa ganz ernsthaft und erntete das erste Gelächter.

Der durch seine Scherzanrufe im Radio bekannte Bodo Bach plauderte bei seiner vierten Comedy-Tour „weltweit durch Deutschland“ aus seinem Leben, ganz ohne Telefon. Um das Publikum einzustimmen, hatte er vor seinem Auftritt witzige Videos gezeigt und freute sich über die gute Stimmung im Saal, schon bevor er die Bühne betrat: „Ihr seid nette Leut’!“ Er zeigte sich irritiert, dass noch Plätze frei waren in der Turnhalle, die zudem nur zur Hälfte bestuhlt war: „Mit ‘nem bissche gute Wille hätt’ man zehn Leut’ mehr reinkriegen können“, witzelte er in schönstem Südhessisch.

Seine Gattin Gerda

Aber er sei gerne hier, er sei überhaupt überall gerne, Hauptsache weg von daheim, legte er los und erzählte von seiner Gattin Gerda, die mit ihm zum Wellness gefahren sei, damit er seinen Bauch loswerde. Das Publikum bog sich vor Lachen bei den Beschreibungen des Komikers in der Wellnessoase: Heilfasten im Urlaub - viel bezahlen und nichts zu essen. Fasten sollte man doch besser zu Hause und nicht ausgerechnet im Urlaub.

Dann der Yogakurs: „Aus dem Bauchraum atmen - ja wie denn sonst? Ich atme, seitdem ich auf der Welt bin, aus dem Bauchraum“. Dann sollte man seine Mitte finden und einfach das rechte Bein über die linke Schulter legen. Bei der Gymnastik habe er mit den Händen nicht den Boden erreicht: „Wenn der liebe Gott gewollt hätte, dass ich mit den Händen an die Füß’ komme, hätt’ er sie an die Knie getackert“. Danach habe der Papa zu Hause in Form gebracht werden sollen mit Trennkost: „Bonsai-Schnitzel, Hüftsteak vom Floh und ne Karott’, die da gar nicht hin wollt, getrennt von den anderen.“ Das hieße Trennkost, weil man sich danach von seiner Frau trenne.

Höchst vergnüglich waren auch die Beschreibungen, wie er im Fitnessstudio auf dem Trimmrad seinem Nachbarn die Hand auf die Schulter legte, um sich mitziehen zu lassen. Er sprach über Lebensmittelskandale, über sein Familienleben, die muslimischen Nachbarn und über die „Best ager 50 plus“, die Generation ab Mitte 50.

Saal nur halb voll

„Manche Themen find’ ich witzig, andere nicht so gut“, stellte Karin Akcay aus Borken fest, die den Komiker von Radiosendungen kannte. Sie wundere sich, dass der Saal nur halb voll war. Ihr gefiel die Überlegung von Bach, dass vielleicht aufgrund des zunehmenden Übergewichts bei Kindern Eltern immer häufiger Doppelnamen für ihre Kinder wählten. Dann passe der Name auch noch, wenn das Kind später doppelt so dick würde.

Auch die Betrachtungen über den Wert des eigenen Gartens fand viel Anklang beim Publikum: Wer keinen Garten hätte, könne doch auch Gemüse auf dem Friedhof anbauen: „So ‘ ne traurige Schwarzwurzel... oder Radieschen...“ scherzte Bach und freute sich über das ausgelassen lachende Publikum in Treysa: „Ihr seid super. Kann man Euch mieten und mitnehmen?“

Von Bettina Mangold

Quelle: HNA

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