Ludwig Georg Braun saniert Quartier an Stadtkirche – Platz für junge und alte Menschen

Das Haus ist beispielgebend

Gründung: Noch steht der Neubau nicht. Rechts im Bild das Dekanatsgebäude und am linken Bildrand die Kemenate. Foto: Krapp

Melsungen. Von diesem Haus und der Idee dahinter könnten andere lernen. Professor Dr. h. c. Ludwig Georg Braun könnte sich eine Art Mehrgenerationeninnenstadt vorstellen. Das fast fertig sanierte Haus an der Stadtkirche (Kirchstraße) könnte dabei beispielgebend sein. Zwölf Wohnungen werden in diesem und einem Nachbarhaus entstehen. Zum Ensemble gehören außerdem noch das Dekanatsgebäude, die Pfarrscheune und das als Kemenate bekannte älteste Haus Melsungens. Kemenate bezeichnet dabei einen beheizten Arbeitsraum zum Beispiel einer Burg. Eben eine solche soll dort ehemals gestanden haben.

Der Innenhof des Quartiers soll Begegnungsstätte für die Bewohner werden. Zwischen 50 und 94 Quadratmeter groß sind die seniorengerechten Wohnungen, das Haus ist mit zwei Fahrstühlen erschlossen und im Parterre befindet sich eine Garage für die Fahrzeuge der Bewohner. „Unser Ziel muss es sein, die Parkflächen vor den Häusern wegzubekommen“, sagt Braun.

Vorstellbar sei, dass in den Wohnungen Menschen wohnen, die aus ihren Einfamilienhäusern der Baugebiete aus den 70er- und 80er-Jahren zurück in die Innenstadt ziehen. Warum nicht zur Miete – ihre Häuser könnten dann zur Gegenfinanzierung ebenfalls vermietet werden oder dem eigenen Nachwuchs als Zuhause dienen.

Auch Wohngemeinschaften

In solche Projekthäuser könnten natürlich auch junge Menschen einziehen – beispielsweise in Wohngemeinschaften, sagt Braun. Wenn die Stadt jünger und für junge Menschen attraktiver werden will, benötige die Stadt neuen Wohnraum. In Melsungen habe man auf rigide Bebauungspläne verzichtet. Bei der Innenraumgestaltung könne man als Bauherr sehr flexibel planen.

Wirtschaftlichkeitsüberlegungen dürften nicht unberücksichtigt bleiben. „Das Interesse an innenstadtnahen Wohnungen ist zwar groß.“ Für Projektentwickler würden sich Vorhaben aber erst ab einer bestimmten Größe lohnen. Gelegenheiten größere Einheiten zu entwickeln, gebe es auch in Melsungen. Für diesen Fall müsse man aber vorbereitet sein. Eine Innenstadtsanierung müsse ohnehin perspektivisch betrachtet werden.

Von Damai D. Dewert

Quelle: HNA

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