Ein Haus und drei Signale

Stadtverordnete entscheiden über Zukunft von Gasthaus Krone

Gehört bald der Stadt Homberg: Das ehemalige Gasthaus Krone (Bildmitte) direkt am Homberger Marktplatz gelegen. Foto: Rohde

Homberg. Die ehemalige Krone am Marktplatz in Homberg ist das älteste Gasthaus Hessens. Seit 2011 steht das Gebäude leer. Die Stadt wird es nun kaufen. Doch was dann?

Über die Zukunft des Traditionshauses werden die Homberger Stadtverordneten in ihrer Sitzung am Donnerstag, 23. April, beraten. Dabei stehen drei Möglichkeiten zur Diskussion: Die Sanierung des Gebäudes durch die Stadt Homberg oder durch eine Handwerkerkooperative. Die dritte, aber wohl nur theoretische Variante wäre der (Weiter-) Verkauf des gerade eben erst erstandenen Gebäudes.

Man müsse entscheiden, wie viel Stadt in dem Gebäude stecken soll. Bislang habe es in Homberg bei einigen Projekten nur eine entweder-oder-Entscheidungen gegeben, sagt Bürgermeister Dr. Nico Ritz. „Die Diskussion hat gefehlt“ betont Ritz, der seit neun Monaten Bürgermeister ist. Er favorisiere die Kooperation mit Handwerkern, sagt er auf HNA-Nachfrage.

Grundsätzliche Bereitschaft

Das verwundert nicht, war es doch Ritz, der dieses Modell vor einigen Wochen ins Spiel brachte. Er sagt, er sei positiv gestimmt, dass es zu dieser Lösung kommen könnte. Und: Er glaube, dass das die Variante ist, die gewollt werde. Die, die auch politisch gute Chancen hätte. „Wir machen die Sanierung dann nicht selbst, sondern geben sie aus der Hand und werden eine Art Moderator.“ Er habe bereits Vorgespräche mit etwa acht Homberger Handwerksbetrieben geführt, darunter seien die Firmen Rainer Ziegler und Eckhardt & Schönhut. Eine grundsätzliche Bereitschaft sei klar zu erkennen. Doch wisse er auch, dass zwischen der Bereitschaft und der tatsächlichen Umsetzung noch ein Weg sei. Derzeit gebe es drei Pachtinteressenten, sagt Ritz. Dazu gehöre auch Fred Köhler, der neue Pächter der Burgberg-Gastronomie.

Komme es zu der Entscheidung für die Handwerkerkooperative, sende man mit dem Krone-Projekt drei Signale aus. Eines an Firmen, die bereit seien, in Homberg zu investieren. „Wir als Stadt schaffen die Voraussetzungen dafür“, erklärt Ritz. Es sei aber auch ein Signal an die Bürger: „Wir als Stadt gehen kreativere und kompliziertere Wege, um Lösungen zu finden.“ Denn beim Kauf der Krone sei es nicht darum gegangen, dass sich die Stadt mal wieder ein Gebäude zulegt. Das Gasthaus solle aktiviert und privates Engagement gefördert werden.

Das dritte Signal: Die Krone könne zum Vorbild für andere Projekte werden. „Wir bringen etwas voran und engagieren uns.“ Er erhoffe sich zum Beispiel eine ähnliche Lösung für das Deutsche Haus. „Es wäre toll, wenn sich private Investoren finden.“ Nachmachen sei ausdrücklich erlaubt.

Das sagt Michael Eckhardt

„Wir wollen ein Zeichen setzen und dabei helfen, dass die Krone wiederbelebt wird“, sagt Michael Eckhardt von der Schreinerei Eckhardt & Schönhut. Zwar habe die Firma den Sitz in Frielendorf, doch seien er und sein Partner Volker Schönhut durch und durch Homberger. Ihre Schreinerei und auch die anderen interessierten Handwerker, wollen ihre Leistung einbringen. „Wir machen nicht nur große Projekte, wir setzen uns dafür ein, dass es in Homberg voran geht. Wir halten uns nicht raus, denn wir sind von der Stadt und dem Bürgermeister überzeugt“, sagt Eckhardt. In Homberg müsse endlich wieder eine positive Stimmung herrschen.

Hintergrund: Arbeitskraft gegen Geschäftsanteile

Kommt es zu der Kooperation, würden die Handwerker eine Art Tauschgeschäft eingehen: Arbeitskraft gegen Geschäftsanteile. So einfach lässt sich die Idee zusammenfassen. Konkret könnte der Weg so aussehen: Handwerker - möglichst aus der Region - helfen mit ihrer Arbeitskraft bei der Sanierung. Im Gegenzug erhalten sie Anteile an der Krone. Ist die Krone erstmal saniert und wird dann ein Pächter gefunden, würden die Handwerker nach und nach auf ihre Kosten kommen.

Quelle: HNA

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