Alja Schindler sucht Spangenberger Geschichten, aus denen Theaterstücke werden

Ein Haus wird zur Bühne

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Das Haus von Alja Schindler birgt viele Rätsel: Beispielsweise das von der Tür, zu der keine Treppe führt (links im Bild). Das Gebäude in der Spangenberger Mittelgasse 14 soll im kommenden Sommer unter Leitung von Regisseur Dr. Bernhard Mikeska zur Theaterbühne werden.

Spangenberg. Alja Schindler sucht Spangenberger, die ihr Geschichten erzählen. Geschichten, die von den Menschen handeln, die früher in ihrem Haus in der Mittelgasse 14 gelebt, geliebt, gearbeitet haben.

Denn diese Geschichten, die den Alltag in der früheren Siebertschen Kohlenhandlung beschreiben, könnten zu kurzen Theaterstücken werden. Die wollen Alja Schindler und Bernhard Mikeska dort im nächsten Sommer auf die Bühne bringen.

Der Regisseur aus Frankfurt und die Schreinerin aus Spangenberg haben eine waghalsige Vision: Sie wollen das Haus nahe des Marktplatzes an zwei Wochenenden im kommenden August zum Treffpunkt für Theaterfreunde aus der ganzen Region machen. Und die sollen sich nicht etwa in einem großen Raum versammeln und alle gemeinsam ein Stück ansehen, sondern sie sollen Theater so nah, so intensiv und so persönlich erfahren, wie sie es wohl nur selten erlebt haben.

Denn in den verwinkelten Räumen der ehemaligen Kohlenhandlung Siebert in der Mittelgasse sollen Schauspieler jene Geschichten zeigen, die Alja Schindler und Bernhard Mikeska in den nächsten Monaten erfahren und recherchieren.

Spangenberger Minidramen

Und während die Schauspieler unentwegt die selbe Geschichte erzählen, betreten die Zuschauer einzeln die Räume und damit immer von einem Akteur ganz persönlich bespielt. "Jeder Zuschauer sieht damit sein ganz persönliches Stück", sagt der 42-jährige Regisseur aus Frankfurt. Er hat von dieser Art des unmittelbar-direkten Schauspiels lange geträumt: In Spangenberg könnte es wahr werden.

Wer erzählt gern von früher?

Doch bis es soweit ist, braucht Alja Schindler viele Geschichten. Wer weiß, wann und warum es in der Küche der ehemaligen Kohlenhandlung gebrannt hat? Der Schaden ist noch deutlich sichtbar, die 38-jährige Schreinerin hat ihn erst kürzlich beim Renovieren entdeckt. Und wer kann noch von den Pferdefuhrwerken berichten, mit denen früher die Kohle zu den Kunden transportiert wurde? Wer erinnert sich an die Keller, an die Kutscher, an die Menschen, die dort arbeiteten? Und wer weiß, warum keine Treppe zu der großen Tür im ersten Stock führt?

Alja Schindler freut sich auf Neuigkeiten zum alten Haus. Denn das kenne wohl 100 Geheimnisse, die es aber hartnäckig hüte. Wer von früher erzählt, der hat in ihr eine aufmerksame Zuhörerin.

Kontakt: Alja Schindler, Tel. 05663/939796 oder 0176/24 64 2355, Mail: alja@inihremhaus.de

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Von Claudia Brandau

Quelle: HNA

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