Unerfreuliche Post für Hauseigentümer

Hauseigentümer in Körle müssen Beitrag für Klärwerkanschluss zahlen

Bauarbeiten sind in vollem Gange: Rainer Danz (vorn) und David Riemer von der Homberger Firma Fröde an der mehr als sechs Meter tiefen Grube, in der später Fäkalien gesammelt werden sollen. Foto: Féaux de Lacroix

Körle. Ende August wird vielen Hauseigentümern in Körle unerfreuliche Post ins Haus flattern: Die Gemeinde will den Anwohnern dann mitteilen, welchen Beitrag sie für den Anschluss an das Klärwerk in Melsungen zahlen müssen:

Mindestens 70 Cent pro Quadratmeter Grundstücksfläche werden fällig - das haben die Gemeindevertreter in ihrer Sitzung am Donnerstagabend beschlossen. Bei der Abstimmung gab es drei Enthaltungen.

Der Beitrag von 70 Cent pro Quadratmeter gilt bei eingeschossiger Bebauung. Hat das Haus zwei oder drei Geschosse, wird es teurer.

Die gute Nachricht: Damit ist der Beitrag niedriger als ursprünglich berechnet wurde. Bei einer Bürgerversammlung im Januar 2012 hatte man noch mit einem Beitrag von 1,10 Euro pro Quadratmeter kalkuliert.

Zwar kostet der Anschluss an das Klärwerk in Melsungen nach jetzigem Stand 2,4 Millionen Euro - und damit 100 000 Euro mehr als noch vor einem halben Jahr angenommen. Doch in die Rechnung wurde nun das neue Baugebiet am Körler Berg mit einbezogen, so dass sich der Beitrag auf mehr Grundstückseigentümer verteilt. Außerdem hat das Land Hessen einen Zuschuss von etwa einer Million Euro zugesagt. Von den verbleibenden 1,4 Millionen Euro sollen 800 000 Euro über Beiträge, der Rest langfristig über Abwassergebühren (derzeit 3,25 Euro pro Kubikmeter) gedeckt werden. Bürgermeister Mario Gerhold bezeichnete dies als gerecht: „Höhere Abwassergebühren würden insbesondere Haushalte mit einem hohen Wasserverbrauch, also zum Beispiel Familien mit vielen Kindern treffen.“

Michael Greiner (CDU) hingegen kritisierte die Berechnung des Beitrags: „Man kann den Menschen nicht vermitteln, warum für ein zweigeschossiges Haus mehr Beitrag gezahlt werden muss als für einen eingeschossigen Bungalow.“

Die Bauarbeiten für ein neues Pumpwerk, einen Staukanal und die vier Kilometer lange Leitung nach Melsungen laufen bereits, im November soll alles fertig sein.

Von Judith Féaux de Lacroix

Quelle: HNA

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