Haushalt: Auch Körle gerät mehr und mehr in die Miesen

Körle. Die Gemeinde Körle kannte bisher keine unausgeglichenen Haushalte. Bis zum vergangenen Jahr. 250 000 Euro Defizit waren 2010 schon „ein Schock“ wie CDU-Fraktionsvorsitzender Michael Greiner berichtete.

490 000 Euro Miese voraussichtlich in diesem Jahr sind eine Katastrophe für die Gemeindevertreter. Das wurde am Montag im Parlament deutlich. Umso wichtiger fanden es alle, den Karren gemeinsam aus dem Dreck zu ziehen. Einstimmig verabschiedeten SPD und CDU den Finanzplan mit dem Loch.

Damit das gestopft werden kann, sollte über neue Baugebiete nachgedacht werden, regte Greiner an. Denn die Einwohnerzahl der kleinen Gemeinde ist gesunken, allein im ersten Halbjahr 2010 um 36 auf 2876 Einwohner.

„Wir müssen uns Gedanken machen, wie wir Körle attraktiver machen können“, forderte er auch mit Blick auf die geringen Einkommensteuereinnahmen. Die liegt mit 1,15 Millionen Euro „noch nicht mal auf dem Niveau von 2002“ wie SPD-Fraktionsvorsitzender Michael Oetzel feststellte. Auch bei den Schlüsselzuweisungen (383 000 Euro) bleibe Körle unter dem, was es in den Vorjahren gab. Im Gegenzug hätten sich die Umlagen, die die Gemeinde zahlen müsse, kontinuierlich erhöht. Kosteneinsparungen seien nur vereinzelt möglich, so Oetzel. „Es bleiben uns nicht viele Stellschrauben, an denen wir drehen können.“

„Den größten Teil unseres des Pulvers haben wir verschossen.“ Das könne jeder daran erkennen, dass für das Haushaltssicherungskonzept genau sieben Punkte gefunden worden seien, bei denen die Gemeinde Körle noch insgesamt eine Summe von 11 200 Euro sparen könne. 10 000 Euro macht aber allein der erhoffte Erlös aus der Nutzung der Berglandhalle durch den Kreis für den Schulsport aus.

Oetzels Fazit: „Das, was wir als Gemeindevertreter tun können, ist beschränkt.“ Auch die immer gern genannten Personalkosten seien nicht mehr zu vermindern, weil allein die Verwaltung eine „Bugwelle von Überstunden“ vor sich her schiebe.

Das sah die CDU-Fraktion wohl ähnlich und stimmte dem Etat „mit großen Bauchschmerzen“, so Greiner, zu. (and)

Quelle: HNA

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