Schwarze Zahlen nur dank Finanzpolster

Haushalt eingebracht: Defizit trotz Streichungen

Habichtswald. Wäre die Gemeinde Habichtswald in den vergangenen Jahren nicht in der Lage gewesen, sich ein finanzielles Polster aufzubauen, würde sie in diesem Jahr in die roten Zahlen abdriften.

Am Donnerstagabend stellte Bürgermeister Thomas Raue (SPD) den Gemeindevertretern den Haushalt 2015 vor.

Auf den ersten Blick ist das Zahlenwerk mit 84.000 Euro defizitär (siehe Grafik). Und das, obwohl der Gemeindevorstand vorschlägt, an der Grundsteuer B zu drehen, sie von 330 auf 360 Punkte raufzusetzen und einer Streichung der Ausgaben bei den Sach- und Dienstleistungen in Höhe von zehn Prozent (74.000 Euro) zu verfügen. Letztlich wird sich die Gemeinde aber nur über einen Griff in die Schatulle mit den Ersparnissen retten und die Erarbeitung eines Konsolidierungsprogrammes verhindern können. Von den knapp 1,3 Millionen Euro auf der hohen Kante könnten 100.000 Euro abgezwackt werden, um den Etat auszugleichen. Raue kritisierte die Politik von Bund und Land; sie seien die einzigen, die von den sprudelnden Steuern profitierten, die Kommunen hingegen brächen unter der finanziellen Last ihrer Aufgaben zusammen.

Grundsteuer soll steigen 

Sollte das Parlament in seiner kommenden Sitzung dem Etat in der vorgelegten Form zustimmen, würde die Gemeinde mit der Erhöhung der Grundsteuer B den Ertrag gegenüber dem Vorjahr um 37.500 Euro steigern. Raues weitere Sparvorschläge: Die offene halbe Stelle in der Jugendarbeit soll nicht besetzt und eine freie Stelle im Bauhof mit einer Saisonkraft kompensiert werden.

Mehr als 660.000 Euro möchte der Gemeindevorstand in die Gemeinde investieren. Geplant ist die Anschaffung eines Unimogs (98.000 Euro). Der aktuelle Unimog der Gemeinde weise gravierende Mängel bei Technik und Karosse auf. Rennweg, Fuldaweg, Schießhecke und Mainweg müssten erneuert werden (43.000 Euro). Das Erlebnisbad soll einen separaten Wasseranschluss erhalten, auf die Dauer würde das Geld sparen. Zunächst sei aber eine Investition in Höhe von 42.000 Euro erforderlich, sagte Raue.

Einen gewaltigen finanziellen Brocken stellt die Sanierung der Abwasserkanäle im Zuge der Eigenkontrollverordnung dar. Der Gemeindevorstand plant 300.000 Euro ein. Zudem soll der Fußweg zur Grundschule Dörnberg (6000 Euro) erneuert und am Graben entlang des Horstweges ein Einlaufbauwerk (6500 Euro) errichtet werden. Von 30 000 Euro soll der Kindergarten Ehlen profitieren. Es sollen Planungen erstellt werden, die sich mit der Sanierung und dem Neubau der Einrichtung befassen. Die Haltestelle „Platte“ in Richtung Wolfhagen soll barrierefrei gestaltet werden (28.000 Euro). Das Parlament muss den Etat-Entwurf noch beschließen.

Quelle: HNA

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