Dorferneuerung in Balhorn: Gebäude Im Tor droht der Abriss

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Im Blickpunkt: Das Haus Im Tor, das - die Zustimmung des Denkmalamtes vorausgesetzt - abgerissen werden soll.

Balhorn. Am Anfang der Dorferneuerung in Balhorn könnte ein Abriss stehen: Ein gut 100 Jahre altes Haus Im Tor, derzeit leerstehend, möchte die Gemeinde Bad Emstal kaufen, um es abzureißen und Platz zu schaffen. Gestern überbrachte Landrat Uwe Schmidt finanzielle Unterstützung.

Der Hauskauf kostet die Gemeinde knapp 52 000 Euro. Durch die Anerkennung als Projekt im Rahmen der Dorferneuerung fließt ein Zuschuss des Landes Hessen aus Mitteln des kommunalen Finanzausgleichs in Höhe von 29 400 Euro. Aus der selben Quelle erhält die Gemeinde 11 424 Euro für ein zu erstellendes Dorfentwicklungskonzept, für das rund 19 000 Euro benötigt werden. Die jeweiligen Restsummen übernimmt die Gemeinde.

Kurzclip: Start der Dorferneuerung

Basis aller einzelnen Projekte, die im Rahmen der Dorferneuerung umgesetzt werden, sei ein Entwicklungskonzept, erklärte der Landrat. Von diesem Weg werde auch in Balhorn nicht abgewichen. Im Vorgriff auf das Entwicklungskonzept werde nun mit dem Ankauf des Gebäudes „in Abstimmung mit den Förderexperten meines Amtes für den ländlichen Raum bereits ein erstes Projekt angegangen“, so der Landrat. Denn: Die Zeit dränge.

Dorfmittelpunkt

Hintergrund der Ankaufsaktion sei die Neugestaltung des Dorfmittelpunktes an Stelle des Hauses. „Die Gemeinde hat uns verdeutlicht, dass der jetzige Besitzer auf einen schnellen Verkauf drängt. Außerdem hat Bad Emstal vor, dort Kanal- Wasser- und Straßensanierungsarbeiten durchzuführen, so dass man hier mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen kann“, erklärte der Landrat. In der Nähe der Kirche soll - das Ergebnis des Dorfentwicklungskonzepts vorausgesetzt - ein Dorfplatz mit Brunnen entstehen.

Bürgermeister Ralf Pfeiffer ist klarer Befürworter eines Abrisses, den allerdings das Denkmalamt noch absegnen muss. Pfeiffer: „Mit dem Abriss zeigen wir auch, wir schaffen Platz für Neues.“

Von Norbert Müller

Quelle: HNA

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