Parlament stimmte mehrheitlich für Ausweisung einer Sonderbaufläche

Heerdt (CDU): „Wir bluten unser Dorf aus“

Vor zweieinhalb Jahren: Frank und Sylvia Rosenberg bei der Eröffnung ihres Frischemarktes in Dörnberg im Mai 2009. Nun befürchten die Inhaber, dass ihnen das Geschäft durch die Ansiedlung eines Netto-Marktes kaputt gemacht wird. Archivfoto: Glass

Habichtswald. Die erste Hürde für die Ansiedlung eines geplanten Netto-Discount-Supermarktes im Habichtswalder Ortsteil Dörnberg ist genommen. In der ersten öffentlichen Sitzung der Habichtswalder Gemeindevertretung stimmten die Parlamentarier mehrheitlich einer Änderung des Flächennutzungsplanes im Ortsteil Dörnberg zur Ausweisung einer Sonderbaufläche Einzelhandel sowie der Aufstellung des Bebauuungsplanes Nahversorgung Dörnberg zu.

Die SPD-Fraktion votierte geschlossen mit 13-Ja-Stimmen für die Änderung und Bebauungsaufstellung, drei CDU-Gemeindevertreter stimmten dagegen, ein Christdemokrat enthielt sich. Der Beschlussfassung vorausgegangen war vor über 20 Besuchern ein verbaler Schlagabtausch zwischen den Fraktionen. Scharfe Geschütze fuhr dabei Andreas Heerdt (CDU) auf. Als Ablehner des Projektes warf er den Befürwortern vor, mit der Schaffung eines dritten großen Supermarktes in der Großgemeinde das sich damit abzeichnende Aus für die in Dörnberg noch vorhandenen kleinen Einzelhandelsgeschäfte zu besiegeln. Heerdt: „Wir bluten unser Dorf aus.“ SPD-Fraktionsvorsitzender Jürgen Dietrich brachte das Ja seiner Fraktion auf einen kurzen Nenner: „Natürlich behalten auch wir den vorhandenen oder drohenden Leerstand im Auge. Deshalb prüfen wir, ob ein Programm zur Unterstützung von Eigentümern und Käufern aufgelegt werden kann.“ Das Ja zum geplanten Netto-Supermarkt begründete er mit einer enormen Verbesserung der Lebensqualität für alle Dörnberger. Bürgermeister Thomas Raue konterte der CDU-Ablehnung. „Wir haben mit der Änderung des Flächennutzungs- sowie Aufstellung des Bebauungsplanes noch keineswegs den Bau eines Netto-Marktes beschlossen, sondern vielmehr erst damit die Voraussetzungen für die nun von der Gemeindeverwaltung in die Wege zu leitenden unabdingbaren Formalitäten gelegt.“ Im Klartext: Das Projekt kann nun erst unter Berücksichtigung aller Träger öffentlicher Belange einschließlich der Bürger bis hin zum Klagerecht auf den Weg gebracht werden. Raue: „Das kann auch zum Ergebnis führen, dass der Markt nicht gebaut werden darf.“ (zih)

Quelle: HNA

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