Bebra: Heeresmusikkorps 2 spielte zugunsten traumatisierter Soldaten

 Gönner: Oberstleutnant Reinhard Kiauka, Edwina de Pooter und Wolfgang Schneider (von links) setzten sich für zusätzliche Hilfen ein.

Bebra. Von der Donau bis an die Weser, von New York bis nach Florenz, von den Nibelungen bis ins Weltall.

Es war einfach nur unglaublich und faszinierend, wo und wie die Männer und Frauen des Heeresmusikkorps 2 und die großartige Entertainerin Edwina de Pooter die Besucher des Wohltätigkeitskonzerts zugunsten post-traumatisierter Bundeswehrsoldaten knapp drei Stunden lang auf Musikreise schickten und begeisterten.

Oberstleutnant Reinhard Kiauka, der geschätzte Kopf des Kasseler Orchesters, hatte den Abend, zu dem der Reservistenverband Osthessen in die Bebraer Großsporthalle eingeladen hatte, unter das Motto „Märsche und Märchen“ gestellt. Was lag da näher, als die vielen Hundert Zuhörer mit dem Marsch „Unter dem Doppeladler“ k.u.k.-mäßig zu begrüßen und von Österreich-Ungarn träumen zu lassen. Ganz im Gegensatz dazu stand die „Transcendent Journey“ von Rossano Gallante, die mit einem gewaltigen Big-Bang begann, von der Erde in außerirdische Sphären entführte und mit einem furiosen Finale endete.

Konzert mit dem Heeresmusikkorps 2

Konzert mit Heeresmusikkorps 2 und Edwina de Pooter in Bebra

Dass es bei dem an Fulda, Werra und Weser tief verwurzelten Musikkorps, das in wenigen Wochen der Streitkräftebasis unterstellt wird, nicht immer militärisch streng zugeht, bewies es mit dem Stück „Die Bremer Stadtmusikanten“ des japanischen Komponisten Hayato Hirose. Bei diesem, der Grimm-Heimat Nordhessen geschuldeten Werk konnte man richtig mitfühlen, wie Esel, Hund, Katze und Hahn nach Bremen marschieren und ihr Glück machen. Anhaltender Applaus war der Dank des Publikums, der natürlich auch dem Märchenerzähler, Stabsfeldwebel Michael Klappert, galt. Hauptfeldwebel Christian Schmuck brillierte mit seiner Klarinette, von der er beim Stück „Immer kleiner“ ein Teil nach dem anderen verschwinden ließ und bei dem er ein Kabinettstückchen nach dem anderen hinlegte.

Im zweiten Teil des Abends, der mit typisch amerikanischer Militärmusik begann, zeigte die Entertainerin Edwina de Pooter, dass sie zu den wirklich großen Unterhaltungskünstlerinnen unserer Zeit gehört. Sie begeisterte mit „I am what I am!“ von Gloria Gaynor, Stücken aus dem Mozart- und aus dem Elisabeth-Musical, einem Gospel-Medley und nicht zuletzt mit einem ganz persönlich für den Freund und Initiator des Wohltätigkeitskonzerts, Wolfgang Schneider, dargebrachten „Time to Say Good-bye“.

Ein Überraschungs-Coup gelang ihr mit Bürgermeister Christian Grunwald, den sie mit Shirley Basseys „Big Spender“ auf die Bühne lockte und dann in einen der „Blues Brothers“ verwandelte. „Du siehst gut aus, ein bisschen fast wie ein Ganove!“, hauchte sie dem auch in tänzerischer Hinsicht nicht unbegabten Rotenburger Verwaltungschef zu.

Quelle: HNA

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