Pfarrer Michael Brüne aus Treysa besuchte Patriarch Gregorius im Libanon und erlebte zwei Gottesdienste mit dem Papst

Dem Heiligen Vater ganz nah sein

Treysa. Seit dem Weltjugendtag 2005 verbindet Michael Brüne, Pfarrer der katholischen Heilig-Geist-Gemeinde in Treysa, und Patriarch Gregorius III. aus dem Libanon eine enge Freundschaft. Zum vierten Mal reiste Brüne Mitte September auf Einladung des Patriarchen in den Libanon – zur selben Zeit besuchte auch Papst Benedikt das Land. Für Brüne waren die elf Tage geprägt von außergewöhnlichen Begegnungen: „Ich habe viele Menschen wieder getroffen, die als Jugendliche in Treysa waren – und immer noch ihre Gasteltern grüßen lassen.“

Untergebracht war Brüne in Raboue, dem Amtssitz des Patriarchen. Von dort aus reiste er unter anderem mit Jugendgruppen in die Berge nahe Beiruts, zum Vorbereitungstreffen. „Als wir dort am Vorabend des Papstbesuches durch die Bergdörfer fuhren, säumten Fackeln vor und Kerzen in den Fenstern der Häuser unseren Weg“, erzählt er. Man habe die unbändige Freude auf den Besuch gespürt. „Beim Jugendtreffen in Bkerke kamen 25 000 junge Leute zusammen, um den Papst zu treffen. Dieses Temperament war einfach ansteckend“, sagt Brüne. Dass der Pfarrer dort noch einen libanesischen Bekannten traf, nennt er „Fügung“. Vom Heligen Vater war Brüne begeistert. Sicher, ab und zu habe er einen Gehstock gebraucht, aber beim Jugendtreffen habe er das „Feuer der Begegnung und des Glaubens gespürt“.

Immer wieder habe der Papst an Syrien erinnert und zum Frieden gemahnt. Obwohl während des Papstbesuches höchste Alarmstufe gegolten habe, habe er sich immer sicher gefühlt, erklärt Brüne. Und doch gelang es ihm – allerdings eher zufällig – am Ende der Begegnung, als sich alles auflöste, nur wenige Meter entfernt vom Papamobil zu stehen. „Unvergesslich“, beschreibt er. Unvergessen bleiben auch die Eindrücke: „Im Nahen Osten drückt sich Glaube unmittelbar in Lebensfreude aus. In Europa ist das leider überhaupt nicht der Fall“, bedauert Brüne. Hier sei es undenkbar, dass Jugendliche die Handynummer ihres Bischoffs gespeichert hätten.

Dem Patriarchen habe er gesagt, wie stolz er doch auf seine Jugend sein könne. Dass es im Land selbst immer wieder zu Konflikten komme, sei dem „gesichtslosen Feind“ geschuldet. „Der Großteil der Menschen möchte in Sicherheit und Frieden leben“, sagt Brüne. „Wichtig ist die Sicherheit. Daraus wächst Frieden.“

Zur Abschlussmesse des Papstes kamen 300 000: „Ganz Beirut war auf den Beinen“, sagt der Treysaer. Allerorts hießen Poster, Spruchbänder und Fähnchen den Heiligen Vater willkommen. Brüne saß in der Nähe der Altarinsel, hatte eine tolle Sicht und auch Blickkontakt. „Es gibt Momente, die vergisst man nie. Die im Libanon gehören dazu.“

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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