Mardorfer Kalender kommt der HNA-Aktion Advent und „Bürger für Homberg“ zugute

Mardorfer Kalender: Heimweh tut richtig weh

Die Liebe zu Mardorf verbindet: Margot Sokolowski, Irina Rotärmel, Berthild Kroeschell und Geradus Christiaan Baas mit dem illustrierten Werk. Foto: Thiery

Mardorf. „Hurra Mardorf, deutscher Boden.“ Das rief im 19. Jahrhundert ein Mardörfer Jüngling, der mit großen Worten ausgezogen war, um die Welt zu erkunden – aber nur bis Kassel kam. Dort packte ihn das Heimweh und er kehrte schnell zurück.

Kein Wunder also, dass diese Geschichte viel Spott erntete. Es entstand sogar ein zugehöriges Lied. Das hat nun eine Gruppe Mardorfer in vier Sprachen übersetzt und in einer selbst illustrierten Bildergeschichte festgehalten.

Kleine menschliche Schwäche

Berthild Kroeschell war es, die die Geschichte hervor gekramt hatte. Sie organisierte deren Übersetzung und fertigte die liebevollen Zeichnungen an. Die Mardorferin mag die Anekdote, weil sie einerseits eine kleine menschliche Schwäche zeigt, zugleich aber auch die Liebe zur Heimat. Und genau das möchte sie vielen Menschen nahe bringen.

Der Hohn war damals natürlich groß, als der Jüngling nach nur kurzer Zeit voller Heimweh wieder am Ortseingang stand. Darüber lachen die Mardorfer heute noch. So wurde der Ausspruch „Hurra Mardorf, deutscher Boden“, zum geflügelten Wort. Die Anekdote wird auch heute noch gern mit einem Augenzwinkern erzählt.

Der Lehrer und Kantor Gustav Engelhard (1888 - 1957) war so angetan von dem geschichtchen, dass er das passende Lied dazu in Mardorfer Mundart schrieb.

Jetzt wurde es durch Berthilds Kroeschells Initiative in weitere vier Sprachen übersetzt: Im Kalender ist auch die türkische, polnische, russische und holländische Version im Kalender zu lesen. Damit bringt sie die sehr regionale Geschichte in die Welt. Sie soll auch den Menschen, die neu in den Ort gezogen sind, ein Stück Heimat sein, sagte sie.

So wie für Geradus Christiaan Baas. Er lebt seit fünf Jahren im Dorf unter der Hohenburg und übersetzte das Lied ins Niederländische.

Zöfre Babayigid aus Mardorf wohnt zwar mittlerweile in Kassel, übersetzte aber die Liedverse gerne ins Türkische. Irina Rotärmel sorgte für die russische Variante, Margot Solokowski für die polnische. „Das sind neben Deutsch die Sprachen, die in Mardorf gesprochen werden“, sagte Berthild Kroeschell.

Der Kalender umfasst elf Seiten, auf denen typische Szenen aus der Gegend in naiver Form illustriert sind. Dazu sind die Übersetzungen der 16 kleinen Verse aufgezeichnet.

Von Christine Thiery

Quelle: HNA

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