Neues Wolfhager Berufsschulzentrum präsentierte sich erstmals der Öffentlichkeit

Heiße Sachen in der Kälte

Heiße Sache: Daniel Atienze Gutierrez beim Alu-Vergießen. Nils Weigel (rechts) passt auf, dass nichts daneben geht.

Wolfhagen. Auf dem Gelände der ehemaligen Pommernkaserne erinnert nicht mehr viel an alte Bundeswehrzeiten, denn seit August hat hier die Herwig-Blankertz-Schule Quartier bezogen. Statt Soldaten tummeln sich nun Schüler auf dem riesigen Areal am Gasterfelder Holz, das sich durch moderne Architektur, grüne Farbakzente und räumliche Neugestaltung zum modernen Hessencampus gewandelt hat. Davon konnten sich am Samstag beim Tag der offenen Schultür erstmals auch hunderte Besucher überzeugen.

Neue Fachräume, neue Ausstattung und damit neue Lernmöglichkeiten zeigte die Schulleitung nur allzu gerne, wobei schon beim Betreten des Geländes die ehemalige Panzerhalle mit ihrem 4800 Quadratmeter-Solardach ins Auge sticht. Hier sind heute Teile der Bereiche Wirtschaft und Metalltechnik zuhause. Schullaufbahnberatung, Wissenslabyrinth und Glücksradspiel mit Fragen zur Ausbildung lockerten hier die Informationsflut auf.

Auszubildende im Einzelhandel luden zum Kundentyptest,während die künftigen Kaufleute für Bürokommunikation über Ergonomie am Arbeitsplatz und Zeitmanagement berichteten. Nach viel Theorie waren die fliegenden Metallspäne bei Frank Lieber eine willkommene Abwechslung. Er demonstrierte den Besuchern, wie eine computergesteuerte CNC-Fräßmaschinen programmiert wird.

Auch im Gebäude 21 stand praktische Arbeit im Vordergrund. Dort sind die Metalltechniker unter sich, die am Samstag den eisigen Temperaturen trotzten und dank Bunsenbrenner und Ofen ihre Metalle zum Schmelzen brachten. Steven Schitz, Mustafa Uzar und Matin Sich begnügten sich zur Demonstration ausnahmsweise mal mit Zinn und gossen kleine Schachfiguren. Daniel Atienza Gutierrez hingegen schmiss den großen Ofen an, um einen dicken Aluminiumklotz zum Schmelzen zu bringen. Dafür erntete er bewundernde Blicke der Zuschauer, denen Alu bislang wohl eher in fester Form auf der Rolle bekannt war.

„Schüler aus einem Umkreis von 70 Kilometern kommen extra zu uns. Immerhin können sie bei entsprechendem Einsatz zwei Jahre sparen.“

Dr. Peter Gall lehrer

Was es in Gebäude 20 zu sehen gab, war schon eher vertraut, denn hier sind die Kfz-Techniker untergebracht. Max Raabe und Pascal Bremerich kümmerten sich um die Winterreifen, während Chris Andreas und Sebastian Daude einen Motor zerlegten, um einer defekten Zylinderkopfdichtung auf die Schliche zu kommen. Mittendrin Kevin Thimm, der nicht nur eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker macht, sondern gleichzeitig auch die Fachoberschulreife erreichen will. „Das ist ein besonderes Angebot unserer Schule, Schüler aus einem Umkreis von 70 Kilometern kommen deshalb extra zu uns. Immerhin können sie bei entsprechendem Einsatz zwei Jahre sparen“, sagt Dr. Peter Gall, der als Lehrer diesen Bereich koordiniert.

Hauswirtschaft

Vorbei am in der Region einmaligen Leistungsprüfstand, war der Weg nicht mehr weit bis zu den Hauswirtschaftern in Gebäude 18. Hier wurde es wieder etwas ruhiger, etwa bei den Ausstellungen „Umweltbewusstes Handeln in Betrieben“ und „Saisonales Obst und Gemüse“.

Weitere Fotos und ein Video zum Tag der offenen Schultür finden Sie im Internet bei HNA online.

Von Sascha Hoffmann

Quelle: HNA

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