Im Prozess werden Zeugen vernommen

Brandserie Weißenthalsmühle: Die heiße Spur zur Wahrheit

Niedenstein/Kassel. Der Feuerwehrmann wunderte sich, damals in der eiskalten Dezembernacht 2010. Das kleine Wohnhaus auf dem Anwesen der Weißenthalsmühle stand „lichterloh in Brand“, berichtete er am Dienstag am Kasseler Landgericht als Zeuge im Prozess um die Brandserie.

Doch Mühlenbesitzer Volker G. habe sehr emotionslos gewirkt, als er das Gespräch mit ihm, dem Leiter des Feuerwehreinsatzes, suchte.

Seltsam habe er auch gefunden, dass G. geradewegs auf den Keller zugesteuert sei und als er dort die Türe offen fand, flugs einen Einbruch vermutet habe, so der Zeuge. Er selbst habe seine Beobachtungen an die Kriminalpolizei in Homberg gemeldet. Sie sind nun eines der Puzzleteile, aus denen sich der Vorwurf zusammensetzt, der Mühlenbesitzer habe die Feuer auf dem Anwesen selbst in Auftrag gegeben.

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Doch ob das Teilchen wirklich in ein belastendes Bild passt, stellte die weitere Vernehmung des Zeugen am Dienstag in Frage: Der Mühlenbesitzer selbst gibt an, er sei in jener Nacht von der Polizei angerufen und über den Brand informiert worden. In dem Telefonat habe man ihn auch zur Energieversorgung befragt. Vor Ort habe er dann den Strom abschalten wollen - gleich hinter der Kellertür seien die Schalter.

Die Feuerwehr habe sich in jener Nacht um eine Stromabschaltung bemüht - diese aber beim Stromkonzern nicht erwirken können. Der Feuerwehrmann bestätigte, G. habe gesagt, er wolle nach der Stromversorgung schauen, als er zum Keller ging. Er selbst habe ihn begleitet, ihm dann aber davon abgeraten, die Sicherungen anzufassen - weil schon Wasser von der Kellerdecke tropfte.

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Auch eine Zeugin aus der Betrugsabteilung der Allianz-Versicherung wurde als Zeugin gehört. Bei ihr landete die Akte des Kunden Volker G. als sich die Brandschäden häuften. Schließlich setzte das Unternehmen einen externen Schadenermittler auf den Mühlenbesitzer an. Diesen Bericht wollen jetzt der Staatsanwalt und G.s Verteidiger sehen. Das Gericht hat das Dokument angefordert.

Am 8. November wird der Prozess fortgesetzt.

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Von Katja Schmidt

Quelle: HNA

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