Sommerkonzert: 80 Schüler der Melanchthon-Schule musizierten in der Sporthalle

Heißer Swing, flotter Jazz

Trugen die Früchte ihrer Proben vor: Das Schulorchester der Melanchthon-Schule unter der Leitung von Stefan Reitz. Foto: Rose

Steinatal. Es war ein buchstäblich heißer Abend am Donnerstag in der Sporthalle der Melanchthon-Schule im Steinatal: „Ich verrate auch nur Ihnen, dass wir durch das Schwimmbad unter uns zusätzlich beheizt werden“, begrüßte Musiklehrer Stefan Reitz die Gäste, die sich am Verkaufsstand vorsorglich reichlich mit Wasser eingedeckt hatten. Auch ohne schweißtreibende Temperaturen hätten die Musiker wohl locker eingeheizt, denn unter dem Motto „Sing and swing“ entrollten die Akteure ein gut zweistündiges, musikalisch anspruchsvolles Programm.

Mittel- und Oberstufenchor sowie das Schulorchester hatten sich im Schuljahr mit Swing und Jazz beschäftigt und präsentierten nun die Früchte ihrer Proben. Und die konnten sich mehr als hören lassen: Karina Neumann, die die Chöre vor eineinhalb Jahren zum Teil gründete beziehungsweise übernommen hatte, leitete die Sänger.

„Die Herren stehen schon Schlange, trauen sich aber nicht“, kommentierte Reitz, der informativ und charmant durch den Abend lenkte. Die Mädchen der Mittelstufen interpretierten gekonnt einen Titel aus dem Film „Die Eiskönigin“ und luden die Gäste mit „Let´s face the music and dance“ zum Mittanzen.

Die Zuhörer blieben zwar sitzen, nicht jedoch ohne mit den Füßen zu wippen oder mit zu schnippen. Mit der Ballade „When I fall in love“ von Victor Young empfahl sich der Oberstufenchor, gefolgt von „Sway“. Beide Chöre verschmolzen in bekannten Titel aus dem französischen Film „Die Kinder des Monsieur Mathieu“.

Singen im Kanon

Der Kanon „Sing and swing“ leitete gekonnt in den zweiten Teil des Abends über. Nachdem sich Eltern und Verwandte erfrischt hatten, spielte das Schulorchester auf. Eine erste Visitenkarten gaben die Schüler mit der einer für High-School-Bands arrangierten Version von „Sagebrush“ ab – ein Titel aus dem Metier der Cowboys, erläuterte Reitz.

Als eher programmatisches Werk erklang „The North Face“, eine Vertonung des Bildes einer alpinen Nordwand: monumental und heroisch. Gershwins „Summertime“ sei eigentlich für Bigband geschrieben, verdeutlichte Reitz: „Wir haben es bis auf 60 Musiker vervielfacht – jetzt klingt es orchestral, aber auch ein bisschen spannender.“

Ostorientalisches Flair

Ostorientalisches Flair kam bei „Caravan“ aus der Feder von Duke Ellington auf. Konventionelle Bigband-Superhits gelangen dem Orchester mit lockerer Spielfreude. Und es tat wohl keinem der Gäste wirklich leid, dass Michael Buble´seinen Titel „Feeling good“ nicht persönlich sang, Karina Neumann meisterte den Song.

Den Taktstock gab Stefan Reitz zum Ende des Konzerts an: An die Brass Band der Abiturienten, die ihrem Musiklehrer spontan ein Ständchen spielten. Alle Akteure vertonten „Gabriella´s Song“ und setzten mit einer Zugabe einen fulminanten Schlussakkord. Reitz empfahl: „Bleiben Sie noch zum Schwätzen und Schwitzen.“ Und das taten die Gäste dann auch. Unter den Bäumen vor der Sporthalle.

Von Sandra Rose

Quelle: HNA

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